#27 Blue Zones, Zufriedenheit & Lebensplan - warum Sinn im Leben uns gesünder altern lässt

Shownotes

In dieser siebenundzwanzigsten Folge von How to enjoy 100+ geht es um eine der stärksten, aber meist unterschätzten Säulen der Langlebigkeit: Lebenssinn.

Studien zeigen, dass Menschen, die ihr Leben als sinnvoll erleben mental stabiler, emotional zufriedener, körperlich gesünder sind und nachweislich langsamer altern.

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01:30 Ich spreche mit Fabienne aus der Schweiz die gemeinsam mit ihrem Partner ihr komplettes Leben umgebaut hat: Vom Bio-Legehennenbetrieb mit 2000 Hühnern hin zu einem Naturhof, pflanzlicher Landwirtschaft, artgerechter Tierhaltung, Patenschaftsmodellen und einem völlig neuen Lebenskonzept.

Es geht um: Mut zur radikalen Veränderung Sinn statt Status Sicherheit vs. Erfüllung wirtschaftliche Realität von Idealismus Lebensmodelle jenseits des 9-to-5 Verantwortung für Mensch, Tier und Planet

und die Frage: Wie will ich eigentlich leben?

"Es ist die grösste Herausforderung in meinem Leben, die ich je hatte, weil es sehr viel Kraft auch kostet."

35:12 Fabiennes Lebensweg erinnert mich an die Blue Zones den Regionen der Welt, in denen Menschen besonders alt werden, warum?

Der gemeinsame Nenner: ✔ Bewegung im Alltag ✔ natürliche Ernährung ✔ soziale Einbindung ✔ Sinn im Leben ✔ Zugehörigkeit ✔ Verantwortung füreinander

Diese Folge ist keine Romantisierung. Sie ist ehrlich, fordernd, inspirierend und unbequem.

Für alle, die nicht nur länger leben wollen – sondern sinnerfüllt.

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Und so kannst Du den Naturhof unterstützen

Wer sich für alte Sorten und Vielfalt von Pflanzen und Tieren interessiert wird hier bei ProSpecieRara fündig

Transkript anzeigen

Nicola: Hallo und herzlich willkommen zurück zum Podcast zur Langlebigkeit, unserem gemeinsamen Weg, die besten, die schönsten und hoffentlich längsten 100-plus Jahre zu erleben. Wie viel Mut braucht es für mehr Sinn im Leben? Dem Leben eine neue Richtung zu geben? Das sind die Fragen, die mich in dieser Podcast-Folge interessieren, weil es gibt wahnsinnige viele Studien, die zeigen, dass Menschen, die ja ihr Leben lang Sinn empfinden, zufriedener sind und damit entsprechend auch gesünder leben und klar, damit auch gesünder länger leben. Auch die Anfragen bei Chat GPT und Co. im Jahr 2025 zeigen, dass das Themenbereich, dass der Themenbereich und die Frage nach dem Sinn des Lebens an welcher Stelle steht, genau an Stelle drei. Und Umfragen zufolge sind ein Drittel von uns noch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und die anderen zwei Drittel haben es wohl gerade schon gefunden. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch ziemlich durchlässig ist, dieser Zustand, empfinde ich Sinn im Leben oder geht er mir auch irgendwann mal auf dem Weg verloren? Auf jeden Fall hat der heutige Gast seinen Sinn des Lebens schon definiert und ist mittendrin mit ihrem Partner diesen neuen Sinn umzusetzen. Wir hören mal rein.

Nicola: Hallo Fabienne und herzliche Grüße in die Schweiz.

Fabienne: Hallo Nicola, herzlichen Grüssen zurück nach Deutschland.

Nicola: hast dir die Frage gestellt, wie will ich leben? Gemeinsam mit deinem Partner, ich muss ablesen, Thomas Reinhardt. Und ihr habt gemeinsam beschlossen, dass ihr den elterlichen Bauernhof in dritter Generation mit 2000 Legehennen als Betrieb umwandelt in einen Naturhof. Jetzt stellen sich viele von uns, die jetzt zuhören, auch ich, wieder mal die Frage, wie will ich leben? Der Unterschied ist aber, ihr habt nicht nur darüber gesprochen, sondern ihr seid auch ins Machen gekommen. Zum einen irgendwie für euren eigene Lebensplanung und Lebenssinn, darüber wirst du uns nochmal erzählen. Zum anderen aber macht ihr es ja nicht nur für euch selbst, sondern letztendlich habt ihr auch den Ansatz, den Planeten damit ein bisschen mehr Leben, hoffentlich zu gönnen, weil ihr gesagt habt, ihr geht weg von der Tierhaltung und hin mit dem Ziel, in die rein pflanzliche Landwirtschaft zu gehen.

Fabienne: Genau.

Nicola: Jetzt ist meine erste Frage, die sich mir direkt stellt. Was habt ihr mit diesen 2000 Hühnern gemacht, die ihr nicht mehr haben wolltet?

Fabienne: Ja, also da war von Anfang an der Plan, dass wir die platzieren bei privaten Personen, die zu Hause im Garten oder so eine kleine hobbymäßige Hühnerhaltung haben. Und das haben wir dann auch umgesetzt, diesen Plan. Da haben wir innerhalb von einem Monat haben wir 1500 Hühner platziert bei privaten Personen.

Nicola: Ja. Der Wahnsinn. Die jetzt wunderbare Eier bekommen von euren Biohühnern. Der Hof war schon immer ein Biohof.

Fabienne: Ja, genau. Es waren Biolegehennen und die haben sicher noch eine Weile den Menschen Eier geschenkt. Uns war da auch wichtig, dass es Lebensplätze sind, dass die Hühner dort wirklich alt werden können und das Tier im Vordergrund steht. Diese Hühner sind auch immer sehr pflegeintensiv im Alter.

Nicola: Ja. Im Alltag, so wie wir Menschen auch.

Fabienne: Ja, nicht ganz, weil es ist dort eher speziell, sind halt so überzüchtet. Die sind dann in dem Alter, wo die bei, also früher bei uns im Betrieb weggekommen sind. Also mit eineinhalb Jahren, da waren die eigentlich schon ausgezehrt. Oder weil diese Eierlegerei, das geht halt nicht spurlos an deren Körper vorbei. Und das merkt man dann halt. Also...

Nicola: Mhm. Mhm. Ja. Ja.

Fabienne: Wenn man solche Legehybriden nennt, wenn man die zu Hause als Hühner hält, die sind viel sensibler als Beispiel alte Rassen, die auf Robustheit gezüchtet wurden. Oder.

Nicola: Das heißt selbst Biohühner, die dann Bio-Eier geben, die wir auf dem Markt kaufen, sind von ihrer Züchtung her eigentlich so, dass man sagt, eigentlich nicht so gut.

Fabienne: Ja, genau. Das ist leider wirklich kein Unterschied zu konventionell. Die Rassen sind dieselben hochgezüchteten Rassen, die man da verwendet, die einfach wirklich so ans Limit gezüchtet wurden, dass die fast jeden Tag ein Ei legen. Was halt super unnatürlich ist eigentlich.

Nicola: Ja, eigentlich, wenn man drüber nachdenkt, das eigentlich logisch, wenn man jeden Tag abliefern muss, dass das den Körper auszehrt. Aber das wusste ich echt auch nicht. Ich dachte, da nochmal andere Rassen bei Bio Hühnern, da schau mal, schon wieder was gelernt.

Fabienne: Ja.

Nicola: Und jetzt habt ihr diese Hühner zum Glück zum größten Teil in den Altersruhesitz verschenken, vergeben können. Wie sieht jetzt dein Alltag auf dem Hof aus oder euer Alltag? Kannst uns da mal mitnehmen, wie dein gestriger Tag zum Beispiel aussah?

Fabienne: Seit dieser Zeit, wo wir jetzt darüber gesprochen haben, sind ja drei Jahre vergangen. Also mittlerweile haben wir nicht mehr so viele Hühner. Wir hatten damals ja noch diese 200. Und jetzt sind es mittlerweile, glaube ich, nur noch etwa 20. Und dann haben wir ja noch sechs Schweine, die wir gerettet haben aus Tierversuchsanlagen. Wir haben sechs Schafe, schon hier gelebt haben, früher als einfach Rasenmäher. Und dann haben wir sechs Kühe noch, die wir auch früher schon hatten. Da war dann früher die Idee, dass wir da Fleisch damit machen. Und dann haben wir noch sieben Pensionspferde, die auch schon eigentlich vor dieser Umstellung da waren. Genau, und also wir haben...

Nicola: Mhm. Mhm.

Fabienne: viele kleine Tiergruppen, die wir aber sehr artgerecht versuchen zu halten und auch wirklich mit viel Aufmerksamkeit. Entsprechend kostet das viel Zeit. Also mein Tag wird sehr häufig dominiert durch die Tierversorgung, die immer morgens und abends vornehmlich stattfindet.

Nicola: Eben. Okay. Okay.

Fabienne: Dazwischen ist der Katalog riesig, weil wir viele bürokratische Sachen haben, zum Beispiel die Versorgung von unseren Paten und Unterstützer, die ganze Öffentlichkeitsarbeit. Das ist ein wichtiger Pfeiler von unserem Hof, dass wir die Menschen mitnehmen wollen in unseren Alltag oder in unser Gedankengut. Oder auch sonst, was alles so anfällt mit dem Betrieb von Buchhaltung über Rechnungsstellung, über Sitzungen intern. Also jede Menge Zeugs, viel zu viel eigentlich für zwei Personen. Und so sind wir häufig wie ein bisschen in einem Hamsterrad zumindest.

Nicola: Ja. Ja.

Fabienne: aktuell. Dann ist ja noch die Landwirtschaft, ist jetzt natürlich im Winter nicht wirklich auf dem Feld, aber wir bauen ja seit einem halben Jahr unsere Direktvermarktung auf und das ist auch ziemlich intensiv.

Nicola: Dann erklären wir doch noch mal auf, auch vielleicht wie ich auf euch gekommen bin. Da sieht man vielleicht auch daran, okay, das eine ist ja, für eine Idee zu entscheiden und das andere ist zu sagen, okay, wie bekomme ich eine Wirtschaftlichkeit hin, eure eigene Existenz, aber auch etwas, was ihr ja auch als Ziel habt, dass du erwähnt hast, auch anderen Menschen zu zeigen. Wie kann es auch gehen? Wie geht eine alternative Lebensart, einen alternativen Umgang mit Tieren, aber auch der Natur? Also, vor drei Jahren hat eure Reise begonnen. Und du hast mir schon im Vorgespräch gesagt, natürlich, wenn die Tierhaltung wegfällt, fällt auch ein großes Teil an Umsatz und damit auch Gewinn für euer eigenes Leben weg.

Fabienne: Mhm.

Nicola: Eine rein pflanzlich geführte Landwirtschaft ist wahrscheinlich gerade am Anfang bei der Umstellung noch gar nicht so gewinnbringend und muss aufgebaut werden. Deswegen habt ihr Patenschaften, die ihr anbietet und Gönnerschaften, wie ihr es nennt. Das verlinke ich auch noch. Da können alle zugreifen. Auch ein schönes Geschenk stelle ich mir vor. Ihr habt einen Direktvertrieb von Produkten, die ihr selbst erwirtschaftet auf dem Hof. Da ist der Versand nach Deutschland ein bisschen schwierig, einfach wegen dem schweizerischen Zoll. Das sagen wir gleich dazu. Insofern die Partyschaften und Gönnerschaften. Und dann habe ich gelesen, dass ihr ja offen seid für Besuche, für Events. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr das vielleicht auch vermietet oder letztendlich auch sagt, ihr könnt auf den Hof kommen.

Fabienne:

Nicola: Und dann gegen ein gewisses Entgelt da auch Zeit verbringen.

Fabienne: Genau, vor allem im Sommerhalbjahr haben wir viele Events, wir machen, zum Teil öffentliche, die wir ausschreiben, ganz klassisch, aber bei uns kann man auch viele Events einfach persönlich buchen, für sich oder für die Familie oder einfach für eine Kleingruppe oder auch grössere Gruppe. Das ist auch eine von unseren Standbeinen, wenn man so will.

Nicola: Ja. Mhm, mhm, mhm.

Fabienne: Ich finde, hast da einen wichtigen Punkt angesprochen, mit dieser pflanzlichen Landwirtschaft oder dieser Umstellung. Das ist wirklich eine große Herausforderung, weil man mit pflanzlicher Landwirtschaft kaum konkurrenzfähig ist im wirtschaftlichen Sinn. Weil die Wertschöpfung für pflanzliche Rohstoffe ist nicht vergleichbar zu Milch, Eier oder Fleisch. Deshalb ist es für einen Hof, der ehemals so viele Hühnereier hatte wie wir, die er täglich verkauft hat, kaum eine konkurrenzfähige Alternative so einfach. Das ist das, was das bei uns so schwierig macht.

Nicola: Mh. Mhm.

Fabienne: Deshalb sind wir auch nach drei Jahren immer noch daran, umzubauen, weil das bei uns jetzt aus vielen kleinen Sachen besteht, dieser Ersatz, den wir versuchen zu erschaffen, aber vor allem natürlich schon über die pflanzliche Landwirtschaft und halt in dem Sinne, dass wir sie auch

Nicola: Mh.

Fabienne: veredeln oder dass wir nicht nur die Rohstoffe jetzt irgendwie an eine Mühle verkaufen oder so, sondern dass wir selber aus unserem Rohstoff etwas herstellen, genau das wir dann auch mit einer größeren Summe verkaufen können und so eigentlich die Wertschöpfung bei uns größer wird.

Nicola: Ja, Grösser wird, absolut. Sag mal, wie ist es bei euren landwirtschaftlichen Kolleginnen? Ist das in der Schweiz schon ein Weg, den schon mehr Landwirte als ihr beschreiten oder seid ihr da auch Vorreiter davon?

Fabienne: Ist schon nicht so wirklich verbreitet. Also es gibt schon viele Höfe, aufgehört haben mit Nutztierhaltung oder die in dem Sinne keine Tiere mehr halten für die tierischen Produkte. Aber es gibt nicht so viele Höfe, eigentlich, ja, oder die vor allem in der Öffentlichkeit damit auftreten, die dann auch eine Alternative machen oder erschaffen haben, die wirklich auch das zeigt, wir verkaufen zwar kein Fleisch, keine Eier, keine Milch mehr, aber wir verkaufen dafür ganz viel Gemüse oder ganz viele andere Lebensmittel. Das gibt es schon, zwei, drei, die ich selber auch kenne, aber das ist nicht verbreitet.

Nicola: Ja, ja, ja. Merkt ihr, dass da schon ein Wunschdenken auch in der Politik stattfindet? Gerade auch, wenn es darum geht, die Biodiversität in der Natur, also die Vielfalt in der Natur auch wieder zu fördern. Nicht nur mit abwechselnden Aussaaten sondern auch mit, ja, wieder alten, du hast es schon erwähnt, alten, ja... Zuchtrassen, sei es von Kartoffeln oder von Tomaten. Es gibt ja bei allem, was wir regional anbauen, noch Arten und Vielfalt, die wir beiseite genommen haben, weil wir gesagt haben, das andere ist viel schneller oder weniger kostenintensiv anzubauen. Das soll doch wieder gefördert werden. Merkt ihr da schon was in der Realität?

Fabienne: Mhm. Ähm, ja nicht so wirklich. Also ich kann nicht zu 100 % sagen, ob der Bund oder so gar nicht unterstützt, weil es gibt bei uns so einen Verein, ProSpecieRara heißt der. Ich glaube in Deutschland gibt es sicher etwas Vergleichbares. Das ist eigentlich ein Verein, der sich dafür einsetzt, alte Sorten zu erhalten. Ganz egal, ob es nun... Kultursorten sind oder irgendwie Obstbäume oder Schnittblumen oder Tiere auch. Das ist ein ziemlich selbstständig organisierter Verein, soweit ich weiss. Das wird am Schluss eigentlich darüber gemacht, dass viele Private das im eigenen Garten dann vermehren oder es gibt schon auch Bauern, die mitmachen. Also auch wir haben zum Beispiel

Nicola: In Vielen Dank.

Fabienne: jetzt aktuell auf einem ganz kleinen Feld eine lokale Dinkelsorte, die wir vermehren für diesen Verein, auch damit wir dann vielleicht in ein, zwei Jahren eine größere Menge davon ernten können. Das gibt es schon, aber das ist wirklich mehr auf die Motivation und zu schliessen von Einzelpersonen. Also ich spüre jetzt da politisch überhaupt nichts.

Nicola: Vielen Ja.

Fabienne: Das sind nicht Sorten, mit denen man wirklich Ertrag und Geld am Schluss machen kann. Die Politik ist halt mehr dort zu Hause, wo es mehr ⁓ Effizienz geht.

Nicola: Sag mal, wenn die Politik nicht so hilft, mal auf die Seite von den Privatmenschen, die auf euren Hof kommen, die bestimmt begeistert sind und sich vorstellen, wie wäre es, wenn ich meine eigene Idee auch umsetzen würde und dann natürlich wahrscheinlich einen sehr, sage ich mal, Ausschnittsmoment nur haben und dann vielleicht auch so bisschen romantisieren. Wenn du die siehst und nach dem Motto, wie schön habt ihr es, und sowas könnte ich mir auch vorstellen. Was denkst du dann dabei?

Fabienne: Es gibt zwei Seiten. Ich bin sehr froh, dass Menschen sich davon begeistern lassen. Es ist absolut so, dass wir diesen Hof nicht führen könnten, ohne Menschen, die begeistert sind und uns dann auch unterstützen. Das muss man hier auch mal sagen. Von politischer Ebene her haben wir für diese Umstellung keine Unterstützung. Das gibt noch gar nichts in der Schweiz

Nicola: Ja. Ja.

Fabienne: in dieser Richtung und deshalb überlebt so ein Hof wie wir auch nur dank dieser Begeisterung von Menschen. Andererseits ist es manchmal auch ein bisschen frustrierend, weil die Leute, glaube ich, schwer sich vorstellen können, wie unser Alltag so aussieht und auch wie belastend es manchmal ist. Es hat sehr viele schöne Seiten, aber es ist wirklich

Nicola: Na?

Fabienne: Es ist die grösste Herausforderung in meinem Leben, die ich je hatte, weil es sehr viel Kraft auch kostet, vor allem wenn man immer so konfrontiert ist mit dieser Existenzangst, die uns ja doch seit einem Jahr ziemlich umgibt.

Nicola: Absolut. Mhm. Mhm.

Fabienne: Oder auch einfach mit dem Stress. Wir haben unglaublich viele Aufgaben für zwei Personen. Aufgaben, wo andere Unternehmen zehn Leute dafür anstellen. Ja, dann ist es manchmal so... Ja, wie soll ich sagen? Man fühlt sich dann manchmal so bisschen ungesehen, weil die Menschen das nicht so wahrnehmen und vielleicht ein bisschen unterschätzen. Wobei ich...

Nicola: Vielen Dank. Mmh.

Fabienne: dass ich auch nie übel nehme, weil die kommen ja nur so für ein paar Stunden und sehen diesen Ausschnitt. Ich finde es mehr frustrierend bei Personen im näheren Umfeld, die eigentlich sehr viel mitbekommen und dennoch manchmal in einer ganz anderen Welt leben als wir und gar nicht sehen, wie viel Verantwortung auf uns lastet und manchmal auch fast ein bisschen erdrückend sein kann.

Nicola: Ja. Also ich kann das total nachvollziehen, weil ich finde, ihr seid ja Unternehmer. Also in einem anderen Bereich würde man sagen, ihr seid ein Start-up. Ihr habt vor drei Jahren sozusagen ein neues Geschäftsmodell für euch entwickelt und das hat jetzt dabei ist umzusetzen. Startup hört sich so ein bisschen ja more sexy an und da lädt man dann schon mit runter ja durcharbeitete Nächte. Man muss so komplett ja damit verbunden sein und ja das stimmt schon ich komme auch vom Land deswegen hast du mein volles mein Onkel hat den älterlichen großelterlichen Betrieb weitergeführt und ja, so Landwirte, bin damit aufgewachsen. Es gibt nie Urlaub, es gibt nie einen Feiertag. Jetzt habt ihr trotzdem Tiere, auch wenn ihr die ja nicht haltet, damit Geld zu verdienen im Sinne von zu verkaufen oder vom Fleisch und von den anderen tierischen Produkten zu leben. Aber du hast es schon erwähnt, ein kleines Hamsterrad spürst du trotzdem. Es ist jetzt nicht so, dass du sagst, wir haben uns ein Lebensmodell geschaffen. Naja, da hab ich einen halben Tag Freizeit und einen halben Tag kann ich mich sinnvoll irgendwo einbringen. Das ist es ja nicht.

Fabienne: Nein, nein, gar nicht. Ich habe diesen Alltag auch nicht nur für mich erschaffen. Wenn ich es nur für mich gemacht hätte, wäre alles im viel kleineren Stil, sodass ich es managen kann. Das unterscheidet uns vielleicht auch von einem klassischen Unternehmen. Wir haben Bereiche, die unternehmerisch sind, aber wir haben ja auch sehr viel Idealismus. Auch den Willen, für das Gemeinwohl uns einzusetzen, für diesen Planeten und für die Menschen, die zukünftig auf diesem Planeten leben wollen und für die Tiere, die vollkommen ungesehen sind in unserer Kultur, also vor allem die Nutztiere.

Nicola: Nein. Mmh.

Fabienne: In dem Sinne ist der Aufwand natürlich ein anderer, als wenn ich das jetzt nur für mich privat machen würde. Es ist natürlich schon auch befriedigend, weil man hat ja diesen Impuls, ich will aktiv sein, will etwas dagegen unternehmen, das mache ich ja auch für mich irgendwie. Aber diese Arbeit hört eigentlich nie auf, man kann immer mehr machen.

Nicola: Absolut, das stimmt. Vielen Dank.

Fabienne: Da muss man wirklich einen gesunden Umgang auch damit finden. Du hast vorhin gesagt, ja viele Landwirte haben nie frei, haben nie Urlaub. Also ich finde das falsch, weil ich finde, wieso soll ein Landwirt oder auch jemand wie wir jetzt, die so im Tierschutz oder Naturschutz aktiv sind, nicht auch einem Bereich haben, wo er als Mensch irgendwie sich regenerieren kann.

Nicola: Absolut.

Fabienne: Natürlich ist das existenziell. Ich denke, Landwirte das früher nicht konnten, weil es nicht ging. Heute beobachte ich aber, dass man eigentlich schon könnte. Aber man hat das Gefühl, der ist jetzt Landwirt oder der ist jetzt im Tierschutz aktiv. Der muss gefälligst 24 Stunden immer aktiv sein. Das stelle ich auch bisschen in Frage.

Nicola: Mhm. Vielen

Fabienne: Insofern versuchen wir uns Fenster zu reservieren, wo wir auch mal Freizeit haben. Dass das nicht gleich ist wie bei jemandem, der einen 9-to-5-Job hat, ist völlig okay und das gehört auch dazu. Aber so ein bisschen etwas brauchen auch wir, weil sonst irgendwann mag man dann auch nicht mehr.

Nicola: Ja, super. Absolut. Ich finde das einen total guten und gesunden Ansatz. Aus meinem eigenen Unternehmertum weiß ich ja, man muss dann so viel Eigendisziplin auch haben, das dann auch so zu machen und umzusetzen. Weil es gibt ja immer einen Grund, warum man es wieder schiebt oder warum es nicht geht, warum man es sich nicht leisten kann, wie auch immer man da draufguckt. Aber ich glaube, viele unterschätzen auch, hier in der Stadt sehe ich ja nur, was auf dem Bauernmarkt liegt.

Fabienne: Ja.

Nicola: Und dann sind das die regionalen Produkte. Ich sehe die Geschichten hinten dran gar nicht so. Und ich habe die Landwirte, das waren zum Teil auch Schulfreunde von mir, im Bayerischen gut verstanden, wenn sie gesagt haben, ich übernehme das elterliche Bauernhof nicht. Die haben dann einfach noch, sag ich mal, paar Tiere gehalten für Subventionen von der EU. Da gab es so gewisse Regelungen in dem Rahmen, haben sie es dann fortgeführt. Aber letztendlich sind sie in die Fabrik gegangen zum Arbeiten, wie man so schön sagt.

Fabienne: Ja.

Nicola: Und das nur als Nebenerwerb gemacht. Und haben auch gesagt, wie toll ist das, dass wir auch Weihnachten feiern können, dass wir einen Urlaub machen können, dass wir wegfahren können. Und wir sagen, jetzt wär's doch schön, wie du sagst, wenn man so beides verbinden könnte eigentlich. Also ich glaube aber schon, zumindest in Deutschland so eine Bewegung dahin zu spüren, ohne natürlich zu wissen, ja, die Wirtschaftlichkeit und sich die Existenzen da zu sichern. Das sind noch die Fragezeichen.

Fabienne: Ja, das ist auch bei uns so letztendlich. Also ganz egal, ob man jetzt einen klassischen Landwirtschaftsbetrieb führt. Also ich meine jetzt mit Tiernutzung oder so wie wir ein ganz anderes Modell. Aber das ist wirklich so. Das ist überhaupt noch nicht so angekommen in den Köpfen von den Leuten und auch was das mit ihnen zu tun hat, weil ich denke, was wir bereit sind, Lebensmittel auszugeben, bestimmt am Ende auch ein bisschen, was der Bauer am Schluss damit verdient. Wobei das natürlich ein bisschen ein komplexes Thema ist. Ich finde z.B. Schweiz und Deutschland auch schwierig zu vergleichen, weil ich weiss, dass wir z.B. in der Schweiz prozentual von unserem Lohn viel weniger für Lebensmittel ausgeben als ihr in Deutschland.

Nicola: Aber wir auch zu wenig.

Fabienne: Ich kenne die genauen Zahlen nicht, generell ist in den Köpfen von den Menschen zu wenig präsent, dass das Essen und das Dach über dem Kopf, das Existenzielle, ist wichtig und alles andere ist wirklich Luxus. Heute sehen wir eher, wir bezahlen für Luxus manchmal weniger als für das Existenzielle. Das ist eigentlich eine völlig...

Nicola: Ja. Ja, ja.

Fabienne: komische Umverteilung. Das führt dazu, dass ein Bauer letztendlich denkt, wieso, für was mache ich das? Ich gehe lieber arbeiten und habe ein schönes Leben, als dass ich mich da abrackere auf dem Hof und am Schluss habe ich nie Freizeit und muss noch ums Überleben kämpfen. Ich bin nicht verrückt. Das ist schade, da müssen wir unbedingt etwas daran ändern.

Nicola: Genau. Ihr seid dabei, ihr seid auf jeden Fall das schon mal für das Seelen schmeicheln. Also ihr seid auf jeden Fall Vorreiter. Und wenn ihr seht, wie viele Menschen zu euch auf den Hof kommen und jetzt euch auch in den letzten Monaten schon unterstützt haben und vielleicht in den nächsten Monaten noch mehr, also alle Zuhörer und Zuhörerinnen, die jetzt zuhören, gleich mal auf die Website schauen und da habt ihr schöne Geschichten, da zeigt ihr mit Bildern, wie es ist. Jetzt nehmen wir mal an, das Bild, was du für dich auch hast, wie es laufen sollte, damit du auch wieder weniger Stress spürst, habt ihr erreicht. Das ist ja die Zukunft. Siehst du dein Älterwerden und dein eigenes Altern auch in diesem Modell oder sagst du, das ist jetzt so eine Phase und mal gucken, was danach noch kommen kann?

Fabienne: Also ich sehe mich schon hier in diesem Modell alt werden, absolut, weil ich, ja klar, fände ich schön, bisschen mehr Freizeit zu haben, auch mal etwas sehen zu können, was vielleicht weiter wegliegt. Ob schon ich diese Entscheidung schon vor Jahren getroffen habe, dass mir das Leben, das ich dort, wo ich lebe, wichtiger ist als Geld zu haben, jetzt zu reisen oder so. Aber ich finde, müsste einfach weniger Stress da sein. Mehr Räume für mich, für mich und Thomas als Partner auch. Ja, weil das merke ich auch, wenn ich dort mehr Zeit habe, dann bin ich auch engagierter auf dem Hof und dann wäre das für mich so die perfekte Mischung.

Nicola: Mhm.

Fabienne: Zwischen einem Alltag oder Job, wenn man so will, der mich wirklich erfüllt, der meine Berufung ist und doch auch Räumen, wo ich als Mensch Platz habe.

Nicola: Vielleicht wird ja dein Wunsch erhört, dass wirklich auch die Themen Naturnähe und Biodiversität sichern, auch in unseren eigenen Regionen auch einen Preis bekommt, der dann weitergegeben wird und einen Wert hat. Momentan macht ihr das ja mehr oder weniger, weil ihr es machen wollt. Und müsst sehen, dass ihr daraus ein Geschäftsmodell machen könnt. Wie du es erzählst. Schon ein bisschen auch alleine gelassen mit den Themen, die uns eigentlich alle betreffen. Du hast es gerade ausgeführt. Wenn du Menschen... Und es kommt leider schon zu meiner letzten Frage. Wenn du Menschen, überlegen, sich die Sinnfrage stellen, wie möchte ich in Zukunft leben, sich damit beschäftigen und... Ihr habt es ja jetzt umgesetzt und seid noch mitten drin in der Umsetzung mit allen Höhen und Tiefen. Kannst du denen was mit auf den Weg geben? Irgendein Rat oder irgendwas, Erfahrungswert, wo du sagst, bedenkt das oder bei mir ist das so ergangen, hat mich am meisten erstaunt.

Fabienne: Ich würde vielen Menschen empfehlen, einfach das zu machen, was sie auch wirklich machen wollen, egal was der Preis ist. Ich beobachte einfach in meinem Umfeld, dass viele Menschen sich gar nicht trauen, ihr Lebenskonzept auf den Kopf zu stellen, weil sie sehr sicherheits... orientiert sind und die würden zum Beispiel niemals so etwas wie wir machen, weil da könnte man ja, ja es könnte halt nicht funktionieren, man könnte scheitern, man könnte viele Schulden anhäufen. Ja, das ist auch so. Es besteht immer das Risiko, wenn man sein Leben wirklich so auf den Kopf stellt. Aber ich finde, ich bin dafür, auch wenn es manchmal eine große Herausforderung ist, bin viel, viel zufriedener

Nicola:

Fabienne: als davor, wo ich all das hatte, Sicherheit, Freizeit, planbaren Urlaub. Aber ich war unglücklich und ich war nicht zufrieden. Ich beobachte das ja auch bei vielen Menschen im Umfeld, dass die sich mit Dingen beschäftigen müssen in ihrem Alltag oder in ihrem Job. Das interessiert die gar nicht wirklich. Das finde ich so schade, weil ich wir leben doch

Nicola: Mhm. Mhm. Mh. Vielen Dank.

Fabienne: ⁓ das zu auszufüllen, wofür wir geboren wurden und nicht einfach ⁓ 90 Prozent vom Leben mit etwas zu verbringen, das uns überhaupt nicht interessiert. Ja irgendwie, ist so das, was ich den Menschen vielleicht sagen könnte. Probiere es einfach.

Nicola: Ja.

Fabienne: Was kann schon Schlimmes passieren, außer dass es halt nicht funktioniert?

Nicola: Und was ist, wenn es nicht funktioniert? Natürlich tut das auch erstmal weh und man muss sich da umstellen, aber das Leben geht ja zum Glück trotzdem weiter. Aber ihr seid ja mittendrin, deswegen ist das noch gar nicht ausgemacht und man hört hier raus, da ist noch viel Kraft und Energie da wirklich und viel Glaube.

Fabienne: Well?

Nicola: Ja, glaube, ein Antrieb natürlich, sich zufriedener zu fühlen, das, wir ja alle suchen, das ist, ich glaube, einen größeren Antrieb, kann ich mir jetzt auch für mich gar nicht vorstellen.

Fabienne: Ja. Ja. Ja eben, das finde ich auch. Ich glaube, wir wären als Gesellschaft auch viel produktiver. Weil dann spielt es nicht mehr eine Rolle, ist das jetzt acht oder neun und muss ich noch so viele Stunden arbeiten. Das ist dann egal, weil man lebt dann für das, man tut.

Nicola: Liebe Fabienne, also das ist nicht nur eine tolle Geschichte, sondern da ist ganz, ganz viel Mut dabei und unternehmerischer Mut und dabei aber auch so viel, dass ihr für uns alle und für die Tiere und für die Fauna und Flora, also die Pflanzenwelt macht. Das sollte viel mehr gewertschätzt werden. Auch konkret in Geld. Ich hoffe mit euch, dass sich da in den nächsten Jahren was tut, damit das auch Teile von eurem Modell werden kann und eure Mühen, diese Umstellung jetzt hinzubekommen, sich auf jeden Fall auch lohnt. So, die Patenschaft Gönnerschaften kann wirklich jeder machen. Nochmal ganz kurz zum Schluss. Das heißt, das ist wie ein Abo, also dass ich so jährlich eine Patenschaft, wie sieht die bei euch aus? Kannst sie kurz mal umreißen?

Fabienne: Das ist bei Patenschaften wie bei Gönnerschaften so, dass man das jährlich bezahlen kann. Bei den Patenschaften kann man es auch monatlich, weil dort die Beträge ein bisschen höher sind. Dann kann man wählen, ist das für ein Jahr oder ist das einfach mal unbefristet. Das war es eigentlich auch schon. Es ist relativ unverbindlich.

Nicola: Mhm. Ja.

Fabienne: Die Mindestdauer ist ein Jahr, das schon, aber danach genau für uns. Das ist einfach für uns so. Aber man kann uns auch einfach spenden. Wir haben auch eine Spendenseite, wo man einmalige Beiträge spenden kann. Es gibt wirklich viele verschiedene Wege, wie man uns unterstützen kann.

Nicola: Ja, genau, Planbarkeit ist ja auch wichtig. Mhm. Sehr gut. Im neuen digitalen Zeitalter heißt das ja gern auch Crowdfunding. Also das haben wir jetzt ein bisschen angestoßen. Bei euch geht es direkt nämlich zu sagen, ich möchte was unterstützen. Egal ob ich es selbst schon geschafft habe, meine eigene Idee, wie ich in Zukunft leben will, umzusetzen oder nicht. Die Eure hast du uns vielen Dank dafür skizziert, in aller Offenheit auch dafür herzlichen Dank. Ich drücke die Daumen und ich würde sagen, da gibt es noch so viele Themen, gerade mit euren Sortenvielfalt auch zu essen, ist ja so wichtig, ⁓ lange zu leben. Wir hören uns auf jeden Fall noch mal zu dem einen oder anderen Thema. Für heute erst mal ganz herzliche Grüße noch mal genau in die Schweiz und ich danke dir für deine Zeit. Und du musst jetzt schon wieder zu deinen Tieren und in deine Landwirtschaft. Es gibt immer Arbeit, ne?

Fabienne: Okay. Ja, wir sind froh. Genau, weiter geht's. Genau.

Nicola: Hahaha!

Nicola: Erinnert ihr euch an das Konzept der Blue Zones? Der blauen Zonen? Das hatte ich hier glaube ich mal erwähnt. Also es gibt auf diesem Planeten bestimmte Regionen mit einer besonders hohen Dichte an 100 plus jährigen Menschen. Das ist zum Beispiel auf Griechenland gibt es so einen Ort. Costa Rica, aber auch Sardinien und Japan natürlich. Sogar in den USA wurde ein Ort gefunden. Na ja, und die Menschen, dort leben, eint einige Dinge. Als Allererstes, die sind körperlich, bleiben die bewegt bis zum Schluss ihres Lebens, weil es eben die Rahmenbedingungen so hergeben. Weil sie irgendwie in einem Dorf leben, das auf dem Berg steht und sie das eben weiter körperlich zu Fuß erledigen und nicht unbedingt immer mit dem Auto. Also man musste im Leben einiges immer aufwenden. Genauso, dass die Ernährung zum größten Teil selbst erwirtschaftet wird, man also landwirtschaftlich tätig ist und nicht so viel Fastfood, hochindustrielle Lebensmittel verzehrt werden. Und das dritte ist die soziale Eingebundenheit in dem Fall eines Dorfsystems. Also niemand ist alleine gelassen. Jeder muss irgendwie mit jedem können, weil die Anzahl ist ja überschaubar. Aber es wurde eben auch darauf geachtet, ob die Menschen ja immer mit so ein bisschen Sinn im Leben gelebt haben. Und das war oder ist in diesen Regionen häufiger der Fall. Und das alles hat mich total erinnert an. Ja, ich finde Fabienne und ihr Partner, das ist so ein modernes Beispiel davon. Also viel körperliche Arbeit. Glaube das ist bei ihren Worten ja sehr konkret auch von ihr erzählt worden. Aber es hat sich auch an anderer Stelle ja schon durchhören lassen, dass es eine Belastung ist. Aber dass diese Belastung auch größtenteils daher rührt, dass man es nicht nur für sich selbst macht. Und das finde ich echt wichtig, nämlich als Entscheidungskriterium. Wann ist es die Suche nach dem Sinn oder wann ist es mehr Selbstfürsorge. Also, dass die nicht nur für sich selbst dieses Modell machen, sondern eben auch eine Verantwortung spüren. Den Tieren gegenüber und dem Planeten im Allgemeinen und damit uns allen gegenüber als Gesellschaft bessere Wege zu finden. Vielleicht auch wieder auf das Traditionelle zurückzugucken und das Gute hervorzuholen, ⁓ eine bessere Zukunft gemeinsam zu haben. Und das ist schon Ja, finde ich nicht nur eine große Aufgabe, die belastend ist, die aber, wie sie ja selbst auch sagt, ihr sehr viel Zufriedenheit gibt. Und ja, so ein Motor brauchst du natürlich, da auch durchzuhalten. Weil ja, also das Modell von Fabienne und ihrem Partner ist ja schon... Ich will nicht sagen, die haben ihr ganzes Leben umgekrempelt, aber ich glaube, ja, außer dass es den Ort davor schon gab als Bauernhof ist alles andere doch anders geworden in den letzten Jahren. Das ist ein Wort. Vielleicht muss es auch nicht immer dieses große Modell sein. Meine Mutter zum Beispiel hat ein Modell gefunden, die hat sich an etwas erinnert, was sie ihrer Jugend schon gemacht hat und was sie dann im Seniorenheim wieder aufgegriffen hat. In dem Fall ist sie in den Beirat gegangen im Seniorenheim. In ihrer Jugend war sie Jugendleiterin einer Mädchengruppe bei der katholischen Gemeinde. Also sie hat versucht, nicht nur ihrem eigenen Leben einen Sinn zu geben, sondern es auch in der Gemeinschaft zu finden und dafür sich einzusetzen, dass das Leben noch andere, bessere, neue Aspekte bekommt. Und ja, in so einem Pflegeheim lässt es sich schon gut ansetzen, zu sagen, es könnte das eine oder andere auch besser laufen, nicht nur für mich, sondern letztendlich für alle. Sie hat es sehr ausgefüllt. Das muss ich wirklich sagen. hat sich mehrfach aufstellen und wählen lassen. Das war immer ein riesen nervenaufreibende Tage, weil sie dann schon natürlich auch sich bewusst war, wenn die mich nicht wählen, dann ist das auch so ein bisschen so eine, ja, ich will nicht sagen eine Abwahl, aber so, ja, wir wollen jemand anderes lieber haben. Also das hat sie da schon beschäftigt, sie hat das aber alles sehr ernst genommen und das hat ihrem immer kleiner werdenden Kosmos in so einem Pflegeheim natürlich einen guten weiteren Sinn gegeben. Und ich versuche ja selbst, aus dem Unternehmertum, wo ich für sehr viele andere Menschen verantwortlich war, ja bin ich herausgegangen und habe die Entscheidung getroffen, ich möchte in meiner nächsten Lebensphase, in dieser Phase nur noch für mich selbstverantwortlich sein. Ich bin also vom Entrepreneur, gehe ich zum Solopreneur. Inhaltlich bin ich aber meinen Themen dabei treu geblieben. Es geht mir darum, dass wir alle mehr Lebensfreude empfinden können und zwar alle, also inklusiv. Aber auf eine Art und Weise auch, sodass es den Planeten dabei weiterhin gut geht und wir beide, Mensch und Planet, mit Natur eine gemeinsame, Zukunft haben. Und da hat mich das Thema Tee eben zu dem Thema Langlebigkeit irgendwie geführt. Mal gucken, was daraus wird. So viel zu meiner Sinnsuche. Wenn du aber jemanden kennst, der einen spannenden Weg gerade geht oder hinter sich gebracht hat, so wie Fabienne, nämlich auf der Suche nach einem neuen, nach einem anderen Sinn oder Abzweigung im Leben, dann schreibt mir doch. Kommentiert gern, meint gerne. Mich interessieren ja eure Gedanken, aber auch eure Ideen, wie wir das Thema Langlebigkeit sehr anschaulich und lebensnah hier in diesem Podcast auch immer wieder zeigen können. Also jedes gute Beispiel, nur her damit. Bis dahin, bis zum nächsten Podcast wünsche ich euch wie immer ein sehr bewegtes, schönes Leben. Und nachdem wir das letzte Mal ja über das Idealgewicht, Übergewicht Adipositas, was das bedeutet, für ein langes Leben gesprochen haben, geht's das nächste Mal über die richtige oder eine der richtigen Ernährungen dafür. Also wir kommen zu unserem Lieblingsthema, meinem Lieblingsthema, dem Essen zurück. Bis dahin, eure Nicola.

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