#28 Zusatzstoffe, Nährstoffdichte & Tiefkühlkost - machen uns Fertiggerichte krank

Shownotes

Wir werden dicker, kränker – und greifen immer häufiger zu hochverarbeiteten Lebensmitteln. Der Markt für Fertiggerichte boomt. Ohne geht's oft nicht, und doch bestätigt sich der bisherige Verdacht inzwischen in Studien: über 2.500 Zusatzstoffe im Essen manipulieren unser Sättigungsgefühl und machen uns auf Dauer krank.

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02:49 In dieser Folge spreche ich mit Felix Ahlers, Vorstandsvorsitzender und Mehrheitseigentümer der Frosta AG die seit 2003 komplett auf Zusatzstoffe bei Frosta Tiefkühlkost verzichtet:

  • Wie Aromen echte Zutaten ersetzen – und warum das problematisch ist
  • Was wirklich in Zutatenlisten steht – und was nicht
  • Weshalb der Nutri-Score zu wenig aussagt
  • Wie Transparenz bei Lebensmitteln gestärkt werden kann
  • Wie traditionell statt industriell Fertigkochen geht
  • Was Nährstoffe in Zutaten erhält

Und warum „selbst kochen“ noch immer der beste 100+ Longevity-Hack ist.

35:25 … vom Reden ins Machen kommen:

  • Was wir von Zutatenlisten und Nährstofftabellen erfahren
  • Warum Nährstoffdichte in allen Lebensphasen, aber besonders mit zunehmendem Alter entscheidender wird
  • und wie die Abnehmspritze da rein spielt

SHOWLINKS

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Transkript anzeigen

Nicola: Hallo und herzlich willkommen zurück zum Podcast zur Langlebigkeit. Unserm gemeinsamen Weg mit neuen Erkenntnissen, möglichst bessere, erfüllte, schönere 100-plus Jahre zu erleben. Wir Deutschen werden jedes Jahr nicht nur dicker, sondern leider auch kränker. Und das, obwohl wir echt ja gar keinen Mangel erleben müssen. Also wenn wir im Supermarkt stehen, dann kriegen wir doch ganzjährig die Erdbeeren, die Heidelbeeren, die Avocados, den Salat, was auch immer. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass nicht der Bereich der Frische Produkte im Supermarkt wächst, sondern der Bereich an Fertignahrung, sogenannten Convenience-Produkten, die wir nur noch in die Mikrowelle schieben müssen oder kurz warm machen. Und oftmals, wenn wir dann doch denken, ist vielleicht nicht immer das beste Essen, dann greifen wir gern zu teuren Pillen und Pülverchen, vielleicht auch das schlechte Gewissen so ein bisschen zu beruhigen. Und die schlechte Nachricht für heute ist, keine Pille dieser Welt kann diese Ernährung mit hochverarbeiteten industriellen Produkten wieder gut machen. Denn was passiert? Wir kennen es alle, die Chips-Tüte aufgemacht, ist sie weggefuttert, genauso die Tafel Schokolade. Aber ja, weil unser Sättigungsgefühl manipuliert wird. Wir merken gar nicht mehr, wenn unser Körper eigentlich schon Stopp sagt. Und wenn wir das über Jahre zu uns nehmen, dann kann eben eine Fettleber entstehen. Und eine Fettleber arbeitet so, dass das ganze Zucker, der mit der Ernährung in den Körper kommt, direkt ins Fettgewebe eingelagert wird. Da werden wir nicht nur dicker, sondern es erhöhen sich auch die stillen Entzündungen. Und das sind die Entzündungen, die vor allem schlimme Folgeerkrankungen auch verursachen. Das wirklich dramatische aber habe ich in einer Studie gelesen, dass mit Fertigprodukten inzwischen auch die Darmkrebsvorfälle in Deutschland zunehmen. Und zwar nicht bei den 70-, 80-Jährigen, sondern bei den unter 50-Jährigen. Und das ist ja besonders dramatisch, weil die eigentliche Vorsorgeuntersuchung, die Darmspiegelung, da könnt ihr gerne mal in Folge 18 noch mal reinhören, da habe ich über meine eigene Darmspiegelung berichtet, die wird meistens von den Krankenkassen erst ab 50 angeboten. Und das ist ein wirkliches Drama, wie ich finde. Dass es auch anders geht, dass es auch Fertigprodukte gibt, und das ist die gute Nachricht heute, die uns nicht krank machen, sondern die wir wirklich auch genießen können, darüber spreche ich mit meinem heutigen Gast.

Nicola: Die Produktion von Fertiggerichten boomt in den letzten fünf Jahren über 25 Prozent. Und da stellt sich für mich natürlich die Frage, also ich esse gerne, ich koche gerne, aber auch ich habe nicht immer die Zeit, alle Zutaten einzukaufen, also greife auf Produkte aus dem Supermarkt zurück. Was macht jetzt aber den Unterschied aus, damit wir auch mit Fertiggerichten möglichst gut, gesund und vielleicht auch sehr lange gut leben können. Dazu habe ich heute einen Experten aus der Lebensmittelbranche eingeladen, den Herrn Felix Ahlers, Vorstandsvorsitzender der Frosta AG und Mehrheitseigentümer. Er ist aber in seinem ersten Leben, habe ich gelesen, hat er sich zum Koch ausbilden lassen und hat es unter zwei Sternen da auch nicht getan bei seiner Ausbildung, sodass er sich jetzt auch Chef de Cuisine nennt in seinem Unternehmen. Aber vor allem geht es ja darum, dass sie Marktführer der tief gekühlten Fertiggerichte, jetzt muss ich schon korrekt sagen, sind mit der Frosta AG. Und ihr Claim heißt Food the way it should be. Das können jetzt viele behaupten. Sie sagen aber seit 2003, bei uns kommt nichts rein, was irgendwas an Zusatzstoffen auch nur erinnern könnte. Und dass sie es ernst meinen, zeigt auch ihr Engagement bei dem Zusatzstoffmuseum in Hamburg, das es seit 2008 gibt. Herzlich willkommen, Herr Ahlers.

Felix Ahlers: Dankeschön, vielen Dank!

Nicola: Und jetzt nehmen sie uns doch gleich mal zum Start weg mit in ihre Branche, in die Lebensmittelindustrie. Was hat sie in der letzten Zeit noch aufgeschreckt oder überrascht? Im positiven, aber vielleicht im negativen eher geschockt. Gibt's da was?

Felix Ahlers: Grundsätzlich glaube ich die Tatsache, dass sich eben die Lebensmittelgewohnheiten in den letzten 50 Jahren sehr radikal verändert haben. Wenn wir uns überlegen, wie wir vor 50 Jahren gegessen haben, was ja für die Evolution eine winzige Zeitspanne ist, dann war das vollkommen anders und heute wird eben enorm viel an verarbeiteten Lebensmitteln gegessen. Egal ob es jetzt Süßigkeiten sind oder verarbeitete Joghurt, alles sozusagen, was man eben nicht mehr selbst zubereitet. Und was eben dann in diesem Zuge passiert ist, ist, dass gleichzeitig eben eine enorme Anzahl von Zusatzstoffen eingesetzt worden sind, die entwickelt worden sind speziell für die Lebensmittelindustrie.

Nicola: Innen.

Felix Ahlers: Mit dem einzigen Grund, dass man eben Lebensmittel im großen Maßstab deutlich billiger herstellen kann und eben echte Zutaten ersetzen kann mit Aromen. Das ist,

Nicola: Innen.

Felix Ahlers: glaube ich, ein fundamentales Problem, was wir sehen, weil einfach die Leute sich mit ihren Körpern nicht so schnell an vollkommen neue Zutaten und Zusatzstoffe gewöhnen können.

Nicola: Was hat Sie denn zu dem Thema Zusatzstoffe gebracht oder andersrum, dass Sie als Unternehmer auch 2003 entschieden haben, Ihrer Familie darauf verzichten zu wollen?

Felix Ahlers: Genau, haben eigentlich gesehen, Sie müssen sich vorstellen, es gibt eigentlich zwei Welten. Es gibt im Prinzip der Welt des Zuhausekochens mit normalen Zutaten, die man auch natürlicherweise überall findet, oder auch der guten Restaurants, die eben wirklich ganz normal kochen, wie eben man es auch über Jahrhunderte oder Jahrtausende gemacht hat und gelernt hat. Und dann gibt es eben die Welt der Industrie. So und da wird eben vollkommen anders gekocht und hergestellt und eben mit einem sehr, sehr hohen Anteil von diesen ganzen Aromen, Stabilisatoren, Emulgatoren, Farbstoffen, Geschmacksverstärkern. Alles Stoffe, die man zu Hause nie einsetzen würde. Und da wir immer mehr diese industriell verarbeiteten Lebensmittel essen, ist natürlich auch eine Folge, dass aus unserer Sicht es mehr Allergien gibt, dass es immer mehr Leute gibt, die auch Übergewicht haben. Und das sind alles Folgeerscheinungen, die wir aus unserer Sicht sehr schwierig finden, wo wir aber glaube ich eben auch etwas dagegen tun können. Weil wir können, und das haben wir bewiesen,

Nicola: Ja. .

Felix Ahlers: sagen, dass wir auch im großen Maßstab, auch industriell, nach Vorgabe der klassischen traditionellen Küche herstellen können. Das heißt also ohne diese ganzen Hilfs- und Zusatzstoffe.

Nicola: Was fällt denn am schwierigsten abzubilden ohne Zusatzstoffe? Ich sage jetzt mal eine gewisse Cremigkeit oder gewisse Geschmacksstoffe oder diesen Umami Geschmack über den immer gesprochen wird. Was sehen Sie in der Praxis bei sich? Was fällt Ihnen da am schwersten?

Felix Ahlers: Schwierig ist erstmal, dass man natürlich, wenn man im Wettbewerb steht zu anderen, dass man man selbst eben darauf verzichtet, dass man eben kein Aroma einsetzt, dann muss man eben richtig gute Zutaten nehmen. Ich gebe mal als Beispiel, wenn Sie einen Pecorino kaufen, dann ist der ja besonders intensiv im Geschmack, weil er auch lange gereift ist. Und das zu ersetzen mit einem Aroma ... ist eben einfach, sehr billig und wir nehmen den echten Pecorino und müssen dann eben auch dafür das Geld bezahlen. Und am Ende muss man natürlich auch den Verbrauchern erklären, warum ist unser Produkt dann vollkommen anders als ein Produkt, was teilweise zumindest mit Käsearoma hergestellt worden ist.

Nicola: Vielen Dank.

Felix Ahlers: Das ist ein Thema. Aber es gibt auch ganz viele andere kleine Dinge. Es gibt die Tatsache, dass wenn Sie Sahne verarbeiten industriell, dann haben Sie immer ein Carrageen. Dieses Carrageen verhindert dieses Aufrahmen der Sahne. Damit ist die Sahne immer schön homogen. Ist aber eben auch ein Zusatzstoff. Und wir bei uns wollen diesen Zusatzstoff nicht und haben deshalb ein Rührwerk, sodass die Sahne auch bei uns homogen bleibt, aber eben ohne Zusatzstoffe. Oder dass ich sage, wenn ich eine Soße binde,

Nicola: Ja.

Felix Ahlers: dann nehme ich immer sehr schön Emulgatoren oder modifizierte Stärken, liest man ja auch überall, aber das sind eben auch chemisch modifizierte Produkte und bei uns machen wir eben eine klassische Mehlschwitze, wo wirklich Butter und Mehl angerührt werden und dann gebunden werden mit Hitze, sodass sich da auch eine sehr schöne Soße herstellen lässt. Aber es sind alles Aufwände, die natürlich entstehen und die man

Nicola: . In.

Felix Ahlers: wenn man will, einfach umgehen kann mit Zusatzstoffen. Dadurch hat man auch entsprechend deutlich weniger Kosten. Nur führt es dazu, dass die Produkte nicht mehr natürlich sind.

Nicola: Bedeutet das automatisch, dass ihre Zutatenlisten eigentlich von jedem lesbar sind und verständlich.

Felix Ahlers: Genau, haben ja bei uns jetzt eine kleine Anekdote, ganz oft rufen uns Leute an und sagen, sie finden unsere Zutatenliste nicht. Und der Witz dabei ist, das Größte, was uns auf der Verpackung ist, ist die Zutatenliste. Nur die Leute sind gewohnt, die Zutatenliste ganz klein gedruckt irgendwo zu suchen. Dadurch finden sie unsere gar nicht, weil sie das nicht gewohnt sind. Das ist ja so sichtbar und groß. Das zeigt eben auch, dass die Industrie versucht, diese ganzen Zusatzstoffe nicht transparent zu machen, die möglichst zu verstecken. Und die Verbraucher aber richtigerweise natürlich das genau wissen wollen und sich informieren wollen. Deshalb haben wir sie groß auf die Verpackung gedruckt. Deshalb erklären wir auch bei jeder einzelnen Zutat noch was dahinter, was es genau bedeutet. Das ist ein zusätzliches Thema zum Thema. Wir nehmen keine Zusatzstoffe auf das Thema der Transparenz, was uns sehr wichtig ist.

Nicola: Absolut. Und das zeigt sich ja dann auch in der Nährstofftabelle, die viele gar nicht lesen, obwohl sie doch recht einfach und übersichtlich ist. Wie schaffen sie es, dass sie die Nährstoffdichte ihrer einzelnen Zutaten auch wirklich maximal erhalten können? Muss man besonders Schock gefrieren oder wie passiert das?

Felix Ahlers: Ja, also die Schockfrostung ist ja ideal, weil sie im Prinzip wirklich alle Nährstoffe auf dem gleichen Niveau hält, ohne dass man irgendwas dazu tun muss. Man muss weder was erhitzen, man muss eigentlich gar nichts machen, nur eben diese einmalige Schockfrostung. Und ansonsten ist es eben so, dass gerade durch die natürlichen Zutaten, die wir haben, ja eben auch den vollen Nährwertgehalt haben. Das heißt also, nochmal zurück zum Beispiel Käse, da sind eben alle Proteine enthalten. Wenn ich jetzt den Käsegeschmack mit einem Aroma erzeuge, dann fehlen mir ja auch Proteine, die normalerweise in dem Käse drin sind. Das heißt, ich gaukel dem Körper dann noch etwas vor, was es gar nicht gibt, nämlich einen Käsegeschmack, assoziiert der Körper dann mit einem gewissen Nährwertgehalt. Und der ist aber gar nicht da, der Geschmack eigentlich durch ein reines Aroma entstanden ist. Und deshalb glaube ich führt das auch oft zu Fehlverhalten, dann auch zu dem Thema, dass man dann oft zu viel isst, weil man einfach die Nährwerte gar nicht bekommt, die man haben will und man ist nicht mehr so gesteuert, wie man normalerweise über den Geschmack gesteuert wird.

Nicola: Zum Beispiel oder ich hatte erst letztens vor kurzem Gespräch mit einem Adipositasexperten, der natürlich auch noch mal darauf hingewiesen hat, schon in der Muttermilch bekommen wir süß und fett. Also es ist einfach in unserem Hirn auch sehr sehr tief verankert zu sagen, das ist die große Belohnung. Da fühle ich mich wohl, das ist wie noch mal an die Brust genommen zu werden, es mal sehr emotional auszudrücken und das nimmt sich natürlich die Lebensmittelbranche schon auch zu Nutze.

Felix Ahlers: Mhm.

Nicola: Zu sagen, alles was möglichst mit Fetten, mit Zucker und mit Salz ergänzt ist, lässt sich aber ablesen. Deswegen dieser Nutri-Score. Ich habe gesehen, dass sie von dem oder gelesen, dass sie von dem nicht so viel halten. Erklären Sie mal warum.

Felix Ahlers: Na, tschüss. Naja, weil der Nutri-Score im Prinzip auch belohnt, wenn man Fett oder Zucker mit Süßstoffen oder mit anderen Aromen ersetzt. Und das wird nicht bewertet. Das heißt, wenn ich ein Produkt habe, wo ich sehr, sehr viele Zusatzstoffe habe, dann kann ich im Worst Case sozusagen einen grünen Nutri-Score haben, weil ich im Prinzip wenig Nährwerte habe, aber eben viel Geschmack durch ...

Nicola: Ja, ja.

Felix Ahlers: Zutaten, die nicht natürlich sind. Deshalb glauben wir, man müsste den Nutriscore so ändern, dass man eben auch das Thema Zusatzstoffe bewertet. Dann werden wir auch sofort dabei. Nur wenn man dieses Thema Zusatzstoffe, Aromen einfach komplett weglässt.

Nicola: Mhm.

Felix Ahlers: Dann glaube ich kann es in ganz vielen Fällen dazu führen, dass die Industrie versucht Fett und andere Dinge zu reduzieren, aber dann umso mehr Zusatzstoffe einsetzt, ⁓ das geschmacklich zu kompensieren.

Nicola: Das stelle ich mir natürlich sehr schwierig vor, weil den schönsten Claim, den ich immer lese, ist, ohne künstliche Zusatzstoffe oder Aromen, wo ich mal denke, wer schon auf dieses künstlich geht, hat irgendwas zu verbergen.

Felix Ahlers: Ja. Ja, das ist ja eine reine gesetzliche Formulierung, müssen Sie sich vorstellen. Weil das Thema natürlicher Aromen bedeutet ja nicht, dass das Aroma aus der Frucht kommt, die sie aromatisiert. Also man würde ja denken, in einem natürlichen Aroma, im Himbeerjoghurt kommt das natürliche Aroma aus der Himbeere. Aber das ist eben nicht so. Und damit ist es eigentlich eine gesetzliche Formulierung, die sagt, naja, wenn der Ausgangsstoff irgendwie natürlich war, also ein Zedernholz,

Nicola: Genau. Ja.

Felix Ahlers: was dann mit irgendwelchen Kulturen irgendwann so wie Himbeere schmeckt, dann ist das Zedernholz ja natürlich und deshalb darf ich es natürlich nennen. Das ist aber eigentlich eine Absurdität und zeigt eigentlich auch die Lobby der Lebensmittelindustrie, die natürlich genau das versucht, dass man eben auch reine Kunstprodukte als irgendetwas Positives natürliches darzustellen.

Nicola: Selbst Schimmel ist ja natürlich.

Felix Ahlers: Am Ende ist natürlich irgendwie alles natürlich. Aber wie gesagt, deshalb ist auch bei uns die Definition, was es natürlich ist, im Prinzip zu sagen, es ist das, was sich über Jahrtausende in der traditionellen Kochkunst oder in der traditionellen Zubereitung von Speisen eigentlich in der menschlichen Ernährung durchgesetzt hat.

Nicola: ...

Felix Ahlers: Und dass die Leute sich an eine Küche, an Lebensmittel gewöhnt haben und die erfolgreich ist und die man eben in ganz kurzer Zeit sehr radikal verändert hat.

Nicola: Wenn man auf ihre Website geht, dann findet man auch einen Friedhof. Einen Friedhof von Produkten, die sie über die Jahre eingestellt haben, aus unterschiedlichen Gründen. Und da auch mein Übergang, wie schwer ist es für sie inzwischen als Unternehmer wirklich, die guten Zutaten auch in ihrer Lieferkette sicherstellen zu können.

Felix Ahlers: Das ist natürlich immer schwierig. Das ist auch in Zeiten von Ernteausfällen, Klimawandel schon ein Thema. Wir müssen sehr dafür kämpfen, dass wir auch immer verschiedene Ursprünge haben bei den Zutaten, damit wir auch in Fällen einer Missernte trotzdem abgedeckt bleiben. Und das ist tatsächlich etwas, was wahrscheinlich auch zukünftig noch schwieriger werden wird.

Nicola: Das heißt, Alternative, sag ich mal, auch Fleischersatz, Fischersatz aus dem Labor ist etwas, wo sie in Zukunft auch für sie Potenziale sehen. Nutzen Sie das schon?

Felix Ahlers: Also es gibt es bei uns auch, wir haben zum Beispiel auch ein Fischstäbchen, was rein vegan ist, genau mit rein Gemüse. Was wir anders machen, weil wir keine Zusatzstoffe einsetzen bei diesen Produkten, ist, dass wir nicht sagen, das muss jetzt wirklich genau wie ein Fischstäbchen schmecken oder das muss genau wie ein Huhenfleisch schmecken, sondern wir sagen, es muss gut schmecken. Wir haben aber nicht sozusagen den Anspruch, dass sie es eins zu eins kopieren.

Nicola: Und dann ist Mh.

Felix Ahlers: Dadurch können wir auch in solchen Produkten eigentlich eine hohe Natürlichkeit haben, einen guten Geschmack, aber eben nicht sagen, es muss jetzt genauso schmecken. Und ich glaube, das ist genau das Problem bei vielen dieser veganen Produkten. Dass wenn man auf die Zutatenliste dann guckt, dass dann eben voll von Chemie ist wieder und dann ersetze ich ein vermeintlich schlechtes Produkt oder ein Fleischprodukt, was ich vielleicht ersetzen will, dann mit einem veganen Produkt, was aber tatsächlich rein gesundheitlich wahrscheinlich eher kritischer ist oder noch kritischer ist als das Fleisch, was ich mal bisschen reduzieren wollte. Also insofern muss man immer sehr genau hingucken, was ist wirklich drin in den Zutaten, in den Produkten. Und dabei muss man auch wissen,

Nicola: Ja. Ja.

Felix Ahlers: dass eben viel auf den Zutatenlisten gar nicht erscheint, weil es eben nicht deklariert werden muss. Also einen Farbstoff in einer Butter oder solche Dinge oder eine Rieselhilfe in einem Salz muss ich nicht auf die Zutatenliste schreiben.

Nicola: Ja. Ja. Zuteilendnis. Obwohl die deutsche oder europäische Zutatenliste schon recht streng ist, aber es gibt dann doch noch, ich sag mal so Trägerstoffe oder wie nennen sie das in der Fachsprache?

Felix Ahlers: Genau. Die sagen dann, wenn es im Endprodukt keine technische Wirkung mehr hat, also die Rieselhilfe im Salz hat ja nur im Salz die Wirkung. Im Endprodukt, also in einem Gericht bei uns, hat es dann keine Wirkung mehr. Dann muss es nicht drin sein, obwohl es de facto ja drin ist. Also eigentlich will der Konsument ja wissen, was ist denn eigentlich im Produkt drin.

Nicola: Okay, ja, ja, ja, ja. Ja.

Felix Ahlers: Da fliegt es dann raus und das ist für mich vollkommen unverständlich. Genau das Carrageene in der Sahne muss ich auch nicht deklarieren.

Nicola: Ja,

Felix Ahlers: Das führt auch dann dazu, dadurch, dass die Lebensmittel-Deklarationen so locker sind, dass es natürlich niemanden gibt, der wirklich Interesse hat, diese ganzen Dinge wegzulassen, weil er sie ja ohnehin nicht deklarieren muss. Das heißt also, ich kann mich auch mit relativ viel schlechten Zutaten immer noch sehr positiv darstellen.

Nicola: Ja. Ja. Ja, ja.

Felix Ahlers: Und das führt dazu, dass das viele eben auch nutzen und es wenig Anreize gibt auch für Unternehmen, sich eben mit besseren Produkten oder mit besseren Zutaten zu beschäftigen.

Nicola: Jetzt hat ja gerade die Fertigprodukteindustrie, was Mediziner und Ernährungswissenschaftler betrifft, wird ja immer auf hochindustriell verarbeitete Lebensmittel hingewiesen. Und man hat immer so das Gefühl, na ja, aber es geht einfach auch darum, der Alltag der Menschen sieht eben so aus, dass dort das Gefühl entsteht, ich kann nicht mehr einkaufen gehen und selbst kochen, sondern muss doch oft auf Fertigprodukte zugreifen. Ihre Zielgruppe oder Ihre Kunden, wenn Sie die beschreiben, sind das eher die Jungen, die gar nicht mal wissen, wie vielleicht auch gekocht wird? Sind es eher die Familien, die einfach auch aus Zeitnot nicht anders können? Oder sind es eher die Senioren, die irgendwann mal die Lust und die Kraft verlieren, jeden Tag für sich selbst zu kochen? Können Sie da was sagen?

Felix Ahlers: Also grundsätzlich ist es von allem ein bisschen. Oft ist es natürlich so, dass gerade bei Gerichten, nicht unbedingt... Also unsere Gerichte lohnen sich natürlich umso mehr, wenn man nicht so viele isst. Also wenn man zu zehnt isst, dann kocht man vielleicht im Zweifel lieber selbst. Wenn man aber nur zu zweit oder zu dritt ist, dann lohnt es sich eben auch oft nicht zu kochen und dann sind unsere Produkte eigentlich sehr oft sehr gut geeignet.

Nicola: Mh.

Felix Ahlers: Das heißt, wir sehen, dass wir im Schnitt eher in Haushalten sind, die klein sind. Das macht auch einfach inhaltlich Sinn. Aber was wir eben auch sehen, ist, dass besonders die Leute, natürlich auch einen Anspruch haben an Gesundheit, die auch bereit sind, dafür ein paar Cent mehr auszugeben, dass die dann eben auch mit unserem Konzept sehr hohes Interesse haben.

Nicola: Herr Im Schnitt ⁓ wie viel Cent sind sie teurer im direkten Vergleich zu Mitbewerbern, die mit Zusatzstoffen arbeiten? Was muss man da so pro Packung rechnen?

Felix Ahlers: Durchschnittlich würde ich sagen, so 10 bis 15 Prozent. Das sind ungefähr pro Gericht 40 bis 50 Cent.

Nicola: Merken Sie den Zulauf von jungen Menschen zu Ihren Gerichten?

Felix Ahlers: Ja, also eigentlich muss man sagen aus allen Bereichen. Wir wachsen ja sehr schnell. Wir sind eigentlich jetzt in Folge von also neun Jahre lang jedes Jahr 15 Prozent gewachsen, teilweise mehr. Insofern ist schon ein sehr großer Zuwachs. Aber wir wissen auch die Hälfte der Deutschen haben noch nie ein Produkt von uns probiert. Also es gibt auch sehr viele Leute, die nach wie vor das gar nicht tun.

Nicola: Amen. Okay. Das heißt, da denken sie sich, das sind die, die einfach weiterhin nur selbst für sich kochen oder sagen sie, da ist noch eine große Schnitte, die können wir dann holen.

Felix Ahlers: Nein, glaube, das sind erst mal Leute, die vielleicht auch uns gar nicht so kennen oder uns nicht wahrgenommen haben bis jetzt, die vielleicht auch erst mal so eine generelle Abneigung haben, zu Tiefkühlkost. Aber ich glaube, es sind alles Leute, die, wenn sie uns probieren würden, durchaus auch Interesse hätten an unserem Konzept.

Nicola: Mhm. Ich muss sagen, wohne in Düsseldorf auch mitten in der Stadt und wenn man mal die Handelskonzepte sich anguckt, wenn ein Rewe sozusagen so in City-Lage ihr Laden lokal neu bestückt, dann haben wir hier eins direkt die Ecke, wo sie abends ab 20 Uhr eigentlich nur junge Leute sehen und alles ist fertig abgepackt. Auch die Tiefkühlkost hat an Präsenz gewonnen. Es sind inzwischen große Tiefkühlschränke rechts und links. Und mit sehr viel unterschiedlichen Fertiggerichten, an denen sich bedient wird. Das heißt ja eigentlich für Sie, sehen Sie nicht in der jungen Bowl-Generation, gehen Sie da auf bestimmte Trends explizit ein. Neben dem veganen natürlich.

Felix Ahlers: Ja, auf jeden Fall. Machen wir permanent. Wir gucken uns zum Beispiel auch an, was ist bei den Lieferdiensten, was sind da die bestverkauften Produkte. Da war zum Beispiel das Butter Chicken aktuell das bestverkaufte, das haben wir dann auch aufgenommen, läuft auch bei uns extrem erfolgreich. Und andere Klassiker, so wie Hühnerfrikassee, das sind auch so bisschen die traditionellen Küchen, die jetzt wieder bisschen kommen, die funktionieren auch sehr gut. Aber wir sind da eigentlich relativ schnell und gucken uns an, was es an Trends gibt und denken auch viel

Nicola: Ja. Ja. Ja. Mhm.

Felix Ahlers: machen auch viel Eigenentwicklung. Jetzt haben wir neulich gerade ein Cornflakes-Fischstäbchen gemacht, was eben besonders knusprig ist, was wir wissen, dass die Kinder eben gerade diese Knusprigkeit gerne mögen. Und haben wir einen natürlichen Cornflakes-Hersteller gefunden und haben damit die Panade gemacht. Und das zum Beispiel kommt auch sehr gut an. Also es gibt wirklich eine große Variante an Möglichkeiten, auch immer wieder neue Dinge zu machen. Und das ist ja auch wie im Restaurant, man muss ja auch immer mal ab und zu mal wieder was Neues machen, damit die Leute auch wieder neue Ideen und Inspirationen bekommen.

Nicola: Absolut. Und gerade im Food-Bereich jagt ja ein Trend den anderen. Also Proteine haben wir jetzt gehabt. Jetzt kommen, glaube ich, die Ballaststoffe mit Fiber-Maxing dann auf Englisch. Wirklich Produkte auch mit funktionalen Zutaten zu ergänzen, kommt das für Sie in Frage?

Felix Ahlers: Was zum Beispiel wäre das? Ach so, Durchaus, ja. Also wenn man sagt, man will einfach jetzt Produkte haben, wo man besondere Gemüsesorten nimmt, die jetzt hoch viel Protein haben, weil das für eine bestimmte

Nicola: Also mehr Eiweiß und Proteine oder Vitamin C, so wie man es von den Joghurts kennt und so weiter.

Felix Ahlers: Alters- oder Lebensgewohnheit gut ist, dann machen wir das auch. Also das ist sehr offen. Es muss eben immer nur den Anspruch erfüllen, dass wir keine Zusatzstoffe einsetzen wollen. Das ist ja auch in vielen, wenn man guckt weltweit, die Küchen sind ja deutlich weniger fleischlastig als in Deutschland. Aber was ist dann der Ersatz? Das sind dann die meisten Hülsenfrüchte, also sowas wie Linsen, dicke Bohnen und solche Sachen. Und das sind ja sehr gute Zutaten, die man auch extrem gut nutzen kann und das tun wir auch. Da

Nicola: Also.

Felix Ahlers: haben wir auch den Anspruch, dass wir eigentlich sagen, wir versuchen schon auch so generell den Anteil von Fleisch eher bisschen zu reduzieren, weil wir wissen, dass das ja auch gesundheitlich eher förderlich ist.

Nicola: Aber dass Sie jetzt ein paar Tropfen aus dem Labor noch dran tun, damit bisschen mehr Vitamin C drin ist oder D oder Pülverchen, das kommt für Sie nicht in Frage. Sie machen es wenn dann mit echten Zutaten, die dann eben eine höhere Dichte aufweisen.

Felix Ahlers: Genau. Wir wollen jetzt nicht irgendwelche, ja, solche mehr oder weniger nicht natürlich erzeugten Zutaten dazu tun, weil wir dann immer glauben, dass es dann auch einige gibt, die eben genau das nicht wollen. Also der Kompass ist bei uns tatsächlich die traditionelle Küche, so wie man eben auch zu Hause kocht.

Nicola: Wenn Sie in die Zukunft denken und uns da mitnehmen, ist das Thema personalisierte Ernährung. Wir tracken uns alle, nicht nur die Schritte, sondern auch den Schlaf und unseren Puls. Daraus wird abgeleitet in Zukunft mit ganz vielen Daten, die die KI inzwischen besser und schneller verarbeiten kann. Was wir heute besonders essen sollten, wir hören nicht mehr in unseren Körper, sondern auf die Zahlen. Ist das etwas, worüber Sie nachdenken, wie Sie das Zukunft bedienen können?

Felix Ahlers: Nö.

Nicola: personalisiert zusammengestellte Frosta-Lieferung.

Felix Ahlers: Ja, man muss sagen, wir sind jetzt nicht eine Kleinküche, wo wir sagen, wir können jetzt für jeden ein spezielles Gericht kochen. Das ist jetzt nicht das, was wir technisch könnten. Aber wir haben natürlich eine große Auswall von Produkten, wo wir wissen, dass wenn einer einen bestimmten Bedarf hat, kann er sich innerhalb unseres Sortimentes, wir haben ja 150 Produkte, verkaufen die auch alle im Online-Shop. Da findet man tatsächlich auch alle. Kann man sich natürlich, wir haben auch da so eine ganz gute Matrix, wo wir das mal so nach Nährstoffen

Nicola: Ja.

Felix Ahlers: geordnet haben, kann man sich entsprechend dann die Dinge auch gut zusammenstellen. Also das ist glaube ich im Moment eher realistisch, als dass wir sagen, wir sind jetzt diejenigen, jetzt individuelle Gerichte kochen. Das würden wir wahrscheinlich in Kürze so nicht hinbekommen.

Nicola: Die letzte Frage an meine Experten ist immer eine ganz besondere. Jetzt auch an Sie, auch wenn Sie natürlich kein Mediziner sind, kein Wissenschaftler, aber eben aus dem reichhaltigen Umfeld der Praxis kommen, der es dann auch umsetzen muss, dass es auch so gut und gesund und transparent und ehrlich dann selbst im Supermarkt liegen kann. Wenn Sie jetzt jemanden, der sehr bedacht ist auf seine Gesundheit, auf ein möglichst gutes langes Leben. Was würden Sie dem mitgeben als Tipp, als einzige Maßnahme? Wie kann er sich im Supermarkt da wirklich auch besonders gut dran halten? Auf was müsste ich da achten?

Felix Ahlers: Ich würde Zweifel immer sagen, selbst kochen ist immer die beste Alternative, weil dann weiß ich genau, was drin ist. Also tatsächlich mit frischen, aber auch tiefgekühlten Rohwaren.

Nicola: Mhm. Mhm.

Felix Ahlers: Kann ja auch rohes, tiefgekühltes Gemüse kaufen und daraus dann was kochen. Und ansonsten, wenn man sich eben mit diesem Thema fertigen Produkten oder verarbeiteten Produkten auseinandersetzt, wirklich ganz genau hingucken, was ist wirklich da drin. Auch im Zweifel nicht nur der Zutatenliste vertrauen, sondern auch mal nach googeln, was ist wirklich, was bedeuten auch bestimmte Dinge wie modifizierte Stärken und so weiter. Dass man sich einfach ein bisschen mit den Dingen beschäftigt.

Nicola: Okay. Mhm.

Felix Ahlers: Und sich dann wirkliche Produkte raussucht, die natürlich sind. Weil ich glaube, da kann man sicher sein, dass sich der Körper darauf eingestellt hat und dass er auch langfristig damit am besten zurechtkommt. Wie gesagt, ich finde es eben kritisch, wenn wir in so kurzer Zeit die Ernährung so radikal umstellen, auch gerade bei Kindern, die dann massenweise Süßigkeiten essen und sehr, aromatisiert werden und denen dann die echten Früchte gar nicht mehr schmecken.

Nicola: Okay. Das ist das Problem.

Felix Ahlers: Es sind ja wirklich Dinge, die man sieht, die wirklich verrückt sind. Und man denkt eigentlich, einem doch recht reichen Land wie Deutschland müsste man zumindest in der Lage sein, solche Dinge etwas besser zu machen.

Nicola: Oder man gar nicht weiß oder erahnen kann, dass das gerade eine Zuckerfalle ist, die ich in die Hand nehme. Also bei der süßen Limo weiß man es vielleicht inzwischen, das ist durchgedrungen. Aber es gibt ja auch viele Produkte, wo man sagt, hätte ich jetzt nie gedacht, dass da Zucker drin ist.

Felix Ahlers: Stimmt, Zucker ist eben auch sehr billig und ist immer auch ein Geschmacksträger und Geschmacksverstärker in gewisser Weise und wird dann oft deshalb auch so stark eingesetzt.

Nicola: Würden Sie so etwas unterstützen wie jetzt auch in Großbritannien? Die sind da ja sehr strikt, auch allein ihr Gesundheitsbudget irgendwie zu schonen, weil sie sagen, das kriegen wir gar nicht mehr volkswirtschaftlich verarbeitet, was da alles an dicken, kranken Menschen auf uns zukommt, die ja wirklich schon die Zuckersteuer auf Produkte eingeführt hat und dass für Kinder nicht mehr geworben werden kann. Würden Sie das für Deutschland sich auch wünschen? Oder als Ziel sehen.

Felix Ahlers: Ja, also wie gesagt, was ich noch dramatischer finde, ist eigentlich die Tatsache, dass man auf den Zutatenlisten nicht wirklich erkennen kann, was drin ist. Also dass man solche Begriffe wie Aromen oder sowas, dass man das so nutzen kann, natürliches Aroma, also alles sehr harmlos darstellen kann. Ich glaube, wenn man das erst mal korrigieren würde, dann hätten die Verbraucher schon deutlich bessere Möglichkeit, sich zu informieren. Also bei uns wäre zum Beispiel die Idee, dass man sagt, alles das, was

Nicola: Diese Kranstverwänzungen.

Felix Ahlers: Aroma verwendet, müsste auf der Vorderseite schon als aromatisiert bezeichnet werden, weil dann weiß man, okay, ist ein Aroma enthalten, was nicht aus der natürlichen Zutat entstanden ist. Und das würde, glaube ich, schon sehr viel mehr nützen, als jetzt einfach nur eine Steuer zu erheben. Ich glaube, am Ende kann dann jeder selbst entscheiden, wo er sein Geld ausgibt, aber er muss in der Lage sein, sich einfach informieren zu können.

Nicola: Also weniger über Verbote und steuerliche Regulierungen als mehr über Transparenz, sozusagen die Entscheidungshoheit auch für jeden Einzelnen zu erleichtern.

Felix Ahlers: Genau, das sagen auch die Verbraucherzentralen, das sind wir vollkommen deren Meinung. Man muss einfach klarer erkennen können, was in Produkten enthalten ist. Und dann würden viele schon Rückschlüsse schließen und sich deutlich einfacher und gesünder ernähren können.

Nicola: Sehr schön. Wir haben heute über mein Lieblingsthema gesprochen, also das Essen. Ich esse sehr gerne. Würden Sie uns doch verraten, was kommt als nächstes von Frosta auf den Markt? Können Sie uns da schon was mitgeben, auf was wir uns da freuen dürfen?

Felix Ahlers: Da halten wir uns immer ein bisschen zurück tatsächlich.

Nicola: Das ist direkt schon vor der Einnführung. Richtung. Geschmacksrichtung vielleicht oder bestimmte Zutaten.

Felix Ahlers: Bitte. Na, bitte. Ja, was ich gesagt habe, wir werden im Bereich von Gerichten mit bisschen weniger Fleisch mehr machen, wo man immer noch einen kleinen Fleischanteil hat, aber wo man eigentlich eher so die Proteine des Gemüses im Vordergrund stellt. Das ist, glaube ich, etwas, was hilfreich ist. Und da werden wir uns weiter in die Richtung entwickeln.

Nicola: Das heißt also diese 30 Pflanzenvielfalt in der Woche, die viel von Ernährungswissenschaftlern zum Thema Mikrobiom geraten wird. Das würde mir ja mit ihren Produkten relativ einfach fallen, weil ich auf der Zutatenliste einfach zählen müsste, was da alles drin ist, oder?

Felix Ahlers: Ja, absolut. Gerade weil wir auch eine große Auswahl haben und dann oft Gerichte haben, wo wir teilweise bis zu zehn verschiedene Gemüsesorten haben, kann man das sehr schnell erreichen.

Nicola: Zum Schluss noch einen kleinen Tipp. Für heute ganz herzlichen Dank, herzliche Grüße in den Norden und ja, freue mich, was da in Zukunft noch in die Regale und damit auf unsere Teller kommt, ohne Zusatzstoffe von Frosta.

Felix Ahlers: Vielen Vielen Dank.

Nicola: einfach selbst kochen. Das finde ich als 100 Plus Tipp von einem Lebensmittel-Experten oder Lebensmittel-Anbieter eigentlich schon ein Ding. Aber ich glaube auch, was er ja eigentlich sagen wollte, wir sollten immer wissen, was wir zu uns nehmen. Und das hat ja auch was mit Selbstwirksamkeit zu tun. Wir wollen ja alle selbstbestimmt älter werden. Und das bedeutet eben auch, Ernährung hat ganz viel damit zu tun, zu wissen, was nehme ich zu mir und wenn ich bewusst sage, ich mache heute meine Ausnahme, dann genieße es. Aber eben die Regel sollte so sein, dass wir sagen, naja, da sind genügend Nährstoffe drin und nicht nur Fette, Salze und Zucker. So. Und dass die Lebensmittelindustrie einfach davon ausgeht, dass sie uns das immer wieder schmackhaft machen will, dass wir eher an die ungesunden Sachen gehen, weil die auch billiger zu produzieren sind, weil man dann eben Nährstoffe ersetzen kann, Geschmack ersetzen kann und das eben vor allem mit Zucker und Fetten auch passiert. Das fand ich wiederum ganz spannend, hat mich an mein Adipositas-Gespräch erinnert mit dem Experten, der ja noch mal darauf hingewiesen hat, dass der Neanderthaler in uns, ja schon mit der Muttermilch, dieses 50 35 Verhältnis als besonders lecker und als große Belohnung sozusagen an die Brust gelegt bekommt. 50 Zucker, 35 Fett. Und wisst ihr was? Wenn man sich da mal ein bisschen schlau macht, dann merkt man, ganz, ganz viele Produkte, von denen wir eigentlich wissen, dass sie nicht so doll gesund sind, wie, ich sag jetzt mal Nutella, wie Chips, wie aber auch Pizza, genau dieses Verhältnis aufweisen. So, und jetzt kann jeder sagen, ja, aber woher soll ich das denn wissen? Ja, dann machen wir doch jetzt noch mal gemeinsam hier. Schau doch mal in dein Küchenregal oder in deinen Kühlschrank und hol mal ein Produkt raus. Und dann gucken wir gemeinsam auf die Zutatenliste und auf die Nährwertstofftabelle, weil die muss auf jedem Produkt, was im Supermarkt verkauft wird, verpackt, auch drauf sein. So und wir hatten es schon. Klar, je kürzer die Zutatenliste, umso besser. Ganz ehrlich, wenn ich schon sehe im Supermarkt, da ist eine riesenlange Zutatenliste, zum Beispiel bei einem veganen Brotaufstrich, stelle ich direkt schon wieder zurück. Da nützt mir auch das Vegane nichts, zumindest in meiner Denke, wenn ich da irgendwelchen Mist zu mir nehme. Viel spannender ist ja dann auch noch die Nährstofftabelle. Und die ist immer gleich aufgebaut. Oben sind natürlich die Kalorien, also die Energiedichte, aber die lassen wir jetzt einfach mal weg, weil wir wollen ja wissen, was drin ist. So, und dann hast du ja als ersten Punkt Fett. Und der Unterpunkt von Fett ist davon gesättigte Fettsäuren. Im Umkehrschluss bedeutet ungesättigte Fettsäuren sind die guten Fette. Das heißt, das, was extra ausgewiesen ist, ist nicht so gut. Und wenn der obere Wert möglichst groß ist und der untere Wert möglichst klein, dann ist es besser. Selbes bei den Kohlenhydraten. Da wird bei Kohlenhydraten noch mal davon Zucker extra ausgewiesen. Je größer der Zuckerwert ist, umso schlechter. Und es gibt eine einfache Rechnung. 3 Gramm Zucker entsprechen einem Würfelzucker. Wenn du mal auf deine Limo-Flasche guckst oder auf dein Apfelschorle, was du dir gekauft hast, ja, rechne mal aus, wie viel Zucker in einer halben Liter Flasche ist. Würdest du dir nie so selbst zubereiten, dass du da 15 Würfelzucker in ein großes Glas Getränke machst? Aber du kaufst das und trinkst das regelmäßig, wenn du eben nicht Wasser trinkst, sondern sogenannte Softdrinks. Beim Saft übrigens dasselbe. Da ist es dann kein zugesetzter Zucker, sondern eben dann der Fruchtzucker. Der macht aber für den Körper keinen Unterschied. Zucker ist Zucker, also eben auch nicht gut. Saft ist einfach Nachtisch, aber kein Getränk, was man regelmäßig zu sich nehmen sollte. Zurück zur Nährwerttabelle. Dann kommen die Ballaststoffe. Da kann die Zahl gar nicht hoch genug sein. Ballaststoffe ist das Beste sowieso. Eiweiß, ich glaube, da kennt ihr euch inzwischen besser aus. Diese ganze Protein- und Eiweiß-Manie, die ist so bisschen an mir vorbeigegangen. Aber Eiweiße ist natürlich auch etwas, was uns satt macht. Also grundsätzlich gut ist und je älter wir werden, umso besser, weil wir ja keine Muskelmasse verlieren wollen. Und beim Salz, beim letzten Wert geht es wie beim Zucker, am besten ist das auf Null. Und wir geben selbst Salz bei zu Hause, dann können wir uns bisschen steuern, wie salzig wir es wirklich haben. Über 2500 Zusatzstoffe sind im deutschen, im europäischen Lebensmittelrecht zulässig. Also Leute, ich glaube, je weniger wir uns unserem Körper damit zumuten, weil der Neanderthaler in uns das gar nicht gewohnt ist, also das macht was mit uns und ich hatte schon für mich immer die Vermutung, das macht nichts Gutes mit uns, je weniger wir unserem Körper zumuten, davon umso besser. Die weitere Erkenntnis von meinem Experten fand ich auch wirklich überraschend. Normalerweise sind so, ich sag mal, so nährstoffreiche Produkte, die auch mit wirklich guten Zutaten produziert werden, die auch noch nachverfolgt werden können. Einzeln, woher kommen die denn, wie sieht denn die Lieferkette aus, sind meistens echt teuer. Und deswegen hat mich dieser Preisausschlag so im Mittel von 10 bis 15 Prozent. Lass es vielleicht auch mal 20 Prozent sein. Das finde ich echt vertretbar. Wenn dann ein Essen am Tag nicht 2 Euro kostet, sondern 2,10 Euro oder 2,20 Euro. Gut, auf eine vierköpfige Familie mal vier, dann bist du bei 80 Cent. Aber hallo, da lässt du mal deine Limo weg. Und dann hast du schon locker Geld gespart und trinkst dafür Wasser. Statt dieses Zuckerwasser, dieses Gekaufte in der Flasche. So einfach ist es in der Theorie, ich weiß in der Praxis. Ja, fällt uns das schon ein bisschen schwerer, uns da umzugewöhnen. Aber es geht mir ja nur darum, so ein bisschen die Wege aufzuweisen und dann kann jeder so ein bisschen für sich rauspicken, was für ihn eigentlich das einfachste ist, im ersten Schritt in die Umsetzung zu gehen.

Nicola: An was ich echt denken musste während des Gesprächs mit dem Frosta-Experten. Meine Kindheit ist davon geprägt, dass alle paar Wochen ein Bofrost Wagen durchs Dorf gefahren ist. Ich bin ja auf dem Land im Dorf aufgewachsen, Bayerischen Wald, und das war die einzige Möglichkeit für meine Mutter, eben außerhalb des Supermarktes, der in der Tat etwas weiter weg war, einkaufen zu können. Da gab es eben auch Fertiggerichte. Das war in meiner Kindheit wirklich mit so der einzige Kontakt, wirklich so Fertigprodukte auch kennenzulernen. Und ich weiß aber, meine Mutter hat ja nie viel Fertigprodukte eingekauft, sondern eher auch so Sachen wie Erbsen tiefgefrorene oder Gemüse-Mischungen. Also das, was den Alltag einfach so ein bisschen erleichtert, wenn man zum einen nicht immer ... in seinen eigenen Garten rausgehen will oder auf den Markt oder nicht in Supermarkt kommt, frische Sachen zu kaufen, dann eben dieses ja doch sehr nährstoffreiche, tiefgefrorene Gemüse zu nehmen. Und ja, sie wollte das nicht kaufen, sie wollte aber auch sparen. Also meine Eltern hatten da grad das Haus neu gebaut. Also da hat man dann auf jeden Pfennig geguckt. Und ehrlich gesagt, mein Vater hat auch so Fertigware gar nicht geschmeckt, bei uns wurde immer frisch gekocht. Das habe ich irgendwie mit übernommen, weil ich mitbekommen habe, wie frisch gekocht wurde und sozusagen mir so bisschen das selbst auch aneignen konnte. Das hatte zur Folge, als ich dann in die Stadt gezogen bin, ich habe erstmal meinen Tiefkühlfach immer nie aktiviert. Also das war immer kalt, weil ich gesagt habe, ich wohne doch nicht in der Stadt, Tiefkühlkost zu essen, sondern da kann ich ja um die Ecke gehen und mir direkt im Supermarkt was Frisches kaufen. Das hat sich inzwischen bei mir auch wieder ein bisschen geändert, weil ich schon auch den Vorteil merke, wenn ich dann die ein oder andere Gemüsesorte Brokkoli, Erbsen, Rosenkohl, das was ich gern esse, das habe ich so tief gefroren, so einzeln als Rohware schon inzwischen immer im Tiefkühlfach. Was mir nicht mehr so geläufig war, weil ich es einfach selbst mir nicht kaufe, sind einfach, dass es viele gute Trendprodukte auch tief gekühlt gibt, bis hin aber zum traditionellen Hühnerfrikassee. Das heißt für mich eigentlich, dass jeder von uns, egal was er für Geschmacksvorlieben hat, etwas findet, wo er sagen kann, na ja, ich gucke in Zukunft einfach mal auf die Zutatenlisten der unterschiedlichen Produkte und guck mal, wo finde ich das bessere Produkt mit weniger Zusatzstoffen, weniger Aromastoffen und möglichst wenig oder kurzen Zutaten Listen.

Nicola: Und was, glaube ich, für alle Lebensphasen, egal ob man in den 20-, 30-ern ist oder in den über 50-ern, ist, dass man einfach auf seine Nährstoffdichte achten muss. Das ist in jeder Lebensphase wichtig, aber vor allem ist es natürlich für uns Ältere, über 55-jährigen wichtig, weil wir mit zunehmendem Alter einfach die Nährstoffe nicht mehr so effizient verarbeiten, in unserem Magen, weil wir weniger Magensäure bekommen. Das heißt, wir müssen noch mehr darauf achten, dass wir wirklich gute Produkte essen mit Zutaten, die eben besonders viele Nährstoffe auch enthalten und weniger den ganzen Mist von Zusatzstoffen. Wer ja auch darauf achten muss, immer mehr sind all die Menschen, die auf die Abnehmspritze vertrauen. Das wurde mir erst bewusst, bekannte Freunde von mir, das ist ein Paar, die nehmen beide seit einiger Zeit die Abnehm Spritzen. Und ja, es ist ja wirklich so, man hat dann einfach weniger Appetit und isst weniger. Man möchte dann aber auch gar nicht mehr so viel essen. Das kann auch zum Problem werden, nämlich dann, wenn man denkt, aber du brauchst ja trotzdem noch deine Nährstoffe. Also auch da wird es immer wichtiger, dass man auf Zutatenlisten, auf Nährwerttabellen auch guckt, ⁓ für sich mal kurz die Transparenz darüber zu behalten, esse ich eigentlich nicht nur genügend Kalorien oder für meinen Appetit, sondern eben für meinen Körper an Nährstoffen, egal ob es Mikro- oder Makronährstoffe sind. Also, es bleibt ein Riesenthema und ich habe in einer der nächsten Folgen jemand eingeladen, der uns zum Thema Nahrungsergänzung einiges erzählen wird. Weil das finde ich ähnlich spannend wie das Thema, was ich an Fertigprodukten und weniger Nährstoffe eigentlich mir im Supermarkt kaufe. Kann ich das wirklich mit den Pillen und Pülverchen ergänzen? Beziehungsweise für was ist Nahrungsergänzung gut? Nahrung zu ergänzen, finde ich auch ein spannendes Thema, kommt demnächst. Aber für mein heutiges Gespräch finde ich es wirklich, hat es mich fröhlich gemacht, mit dem Frosta Experten zu sprechen. Weil mein Glaube daran, dass es auch Anbieter gibt da draußen in der Lebensmittelindustrie, die sich darum kümmern, dass es der Umwelt auch weiterhin gut geht, dass Produkte für Menschen gemacht werden und wie er sagt, nicht eben für Maschinen, damit es gut reinrieselt in die Verpackung. Und dass sich eben ehrliche, authentische Lebensmittelanbieter auch darum kümmern, dass es uns allen in der Gesellschaft von jung bis alt auch weiterhin gut geht. Das macht mich fröhlich aus diesem Gespräch. Bleibt ihr auch so fröhlich. Bis zum nächsten Podcast, bis zum nächsten spannenden Thema. Ich grüße euch ganz herzlich aus Düsseldorf. Eure Nicola.

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