#33 Biomarker, Biohacking & Frühwarnsysteme - wie Krankheiten erkennen, bevor Symptome entstehen
Shownotes
Selbsttracking ist bislang nicht mein Ding, aber diese Lösung von Gründerin Dr. Agnes Musiol lässt mich tatsächlich meine Meinung ändern. Denn hier geht es um Vorsorge im besten Sinne, nämlich Messung genau da, wo Symptome und Krankheiten beginnen. Mit einem System, das die Hardware zur Verfügung stellt, damit vielfältige Ideen zur Prävention umgesetzt werden können. Eine Folge über Selbstverantwortung, Technologie, Medizin der Zukunft — und die Frage, wie viel wir wirklich über unseren Körper wissen wollen.
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01:20 mit der Pheal Gründerin Dr. Agens Musiol spreche ich über die Zukunft der Prävention: intelligente Patches, die kontinuierlich Schweiß, Zellflüssigkeit oder sogar Blut analysieren und daraus echte Gesundheitswarnsysteme machen könnten:
- warum punktuelle Bluttests oft nur eine Momentaufnahme sind
- wie kontinuierliches Gesundheitsmonitoring funktioniert
- weshalb Biohacking mehr sein kann als Selbstoptimierung
- welche Rolle KI und Biomarker in der Präventionsmedizin spielen
- warum Wearables uns motivieren können, gesünder zu leben
- welche Chancen Self-Tracking für Pflege, Herzgesundheit und Frauengesundheit bietet
- wo die Grenze zwischen Gesundheitsvorsorge und Optimierungswahn liegt
und die gesellschaftliche Frage
- weshalb Prävention unser Gesundheitssystem entlasten könnte
37:26 … vom Reden ins Machen kommen:
- warum ich mir die Lösung schon für meine Eltern gewünscht hätte
- was mein 80jähriges Ich dazu meint und
- warum ich optimistisch in die Zukunft blicke
SHOWNOTES
Wie der Körper zu uns spricht, hier erfährst du mehr zum Pheal Patch.
Transkript anzeigen
Nicola: Hallo und herzlich willkommen zurück zum Podcast zur Langlebigkeit. Unserem gemeinsamen Weg, die besten, die tollsten und hoffentlich auch längsten und schönsten 100 plus Jahre zu erleben. In dieser Podcast Folge geht es um den heißen Scheiß, nämlich unserer eigenen Selbstvermessung. Egal auf welchem Kongress, auf welche Messe, auf welche Veranstaltung ich komme, zu dem großen Thema Gesundheit, Vorsorge und Longevity. Es sind Dutzend Lösungen parat. Neben der Apple Watch oder den Ringen, die über den Hautkontakt messen, gibt es inzwischen wahnsinnig viele Lösungen, die einfach über den Scan gehen. Ich hatte ja davon berichtet, als ich auf dem Kongress zu Longevity in Basel war. Da habe ich aber auch einer jungen Wissenschaftlerin zugehört, die eine nochmal ganz andere Lösung parat hatte. Und wie sie das argumentativ auch rübergebracht hat, wie ihre Lösung ja ganz tief auch in unser Gesundheitssystem positiv einwirken könnte, das hat mich neugierig gemacht. Und deswegen habe ich sie hier eingeladen und wir hören direkt mal rein.
Nicola: Also ich lasse ja jedes Jahr, immer am Anfang des Jahres, einen schönen Blutbildtest machen bei meinem Hausarzt. Und dieses Jahr ein neues Extra auf mein biologisches Alter. Aber was es mir dabei geht, ist, ob ich einen Mangel an Ernährung habe. Und dann reicht mir schon, dass alles in Ordnung ist. Darüber kann mein heutiger Gast eigentlich nur milde lächeln, weil sie sagt... Der Körper spricht noch viel intensiver mit dir, aber wenn du es nicht misst, dann wirst du es auch nicht wissen. Also sie macht nicht nur in Blut, sondern auch in Schweiß und sogar in Zellflüssigkeit, also die Flüssigkeit in den Zell-Zwischenräumen. Also sie spricht die molekulare Sprache und hat darin auch den Doktor in Biomedizin, Virologie und Chemie und hat aber vor allem ein Unternehmen gegründet, mitgegründet, das PHEAL heißt. Also nicht wie to feel, sondern wir zeigen es gleich nochmal, wie es richtig geschrieben wird und will nicht weniger als ja den Körper für uns zum Sprechen zu bringen, ⁓ nicht nur präventiv etwas machen zu lassen, sondern sogar noch vor die Prävention zu kommen, bevor Symptome entstehen. bin gespannt. Dr. Agnes Musiol, herzlich willkommen.
Agnes: Danke für die Einladung, ich freue mich sehr. Und danke für die wunderschöne Vorstellung, es war perfekt.
Nicola: Ja, also perfekt weiß ich nicht, weil du hast ja mit mir einen absoluten Laien, aber einen sehr interessierten Laien. Und ja, also ich widerstehe derzeit noch diesem ganzen Tracking-Wahnsinn mit Ringen und Watches und so weiter. Aber dein, ja dein Versprechen, das hat mich sehr, sage ich mal, berührt. Weil sage, da ist natürlich eine wahnsinnige Hoffnung drin und mich interessiert, was geht da schon? Und was habt ihr da noch weiteres vor? Deswegen, wenn wir jetzt von Schweiß, also Blut kennt, weiß jeder, sollte jeder schon machen. Aber auch die Zellflüssigkeit zwischen dem Gewebe. Was könnt ihr daraus erkennen? Vielleicht mal an einem konkreten Beispiel, sodass ich hoffentlich in meiner langen Lebensreise nicht zu früh erkranke oder eine sehr höhere Lebensqualität erleben darf.
Agnes: Der Unterschied, den wir machen, natürlich, wir bringen sozusagen das Labor an den Körper. Also es ist wirklich kontinuierlich Parameter gemessen werden, ohne dass man selber dafür was tun muss. Also man klebt sich bedenkenlos das Patch auf und das Patch übernimmt den Rest. Deswegen auch gerade beim Blut eigentlich der große Unterschied. Wir haben nicht nur diese punktuellen Messungen. Also wir gehen nicht zum Arzt auf Verdacht oder zur Kontrolle. und machen eine Probe, sondern wir haben ein kontinuierliches Bild unserer Gesundheit. Der Körper, ich bin ja Biologin, der Körper ist hochdynamisch und eine Momentaufnahme, ich sage immer wie ein Foto auf Social Media, kann uns ja nicht nur Realität unseres Körpers wiedergeben, sondern dafür brauchen wir tatsächlich einen vollständigen Film. Und genau das ist es eben, was wir bei viel machen wollen und den Leuten an die Hand geben wollen. Und was da schon möglich ist, also die Forschung,
Nicola: Ja.
Agnes: ist voll mit dem Thema. Wenn man bei PubMed als Wissenschaftler guckt, dann steigt das Thema Biosensorik ins Unendliche. Es gibt unendlich viele Publikationen und die große Kritik, die ich immer wieder höre, ist ja, aber wo sind denn die Produkte? Das ist eine angebrachte Kritik. Das Problem daran ist natürlich, Biosensorik ist kein einfaches Thema.
Nicola: In.
Agnes: Und das ist genau der Punkt, wie wir viel ansetzen. Wir sind ein Experten-Team aus einmal Wissenschaftlerinnen. Ich verstehe den Körper, ich kenne die Wissenschaft, ich habe den Zugang zu den Medizinern und mein Mitgründer ist Ingenieur. Das heißt, er ist Experte für Sensorik und er kennt wiederum die Problematik. Und wir haben gesagt, wir machen es so. Wir sind die Architekten für diese Smart Patches. Also wir bauen eine Plattform, mit der es nachher möglich ist, alle möglichen Sensoren dort einzusetzen und direkt am Körper zu testen. Denn es gibt...
Nicola: Lass uns mal kurz erklären, genau, Patches bedeutet, ich würde hier jetzt direkt, egal an welcher Stelle, bitte nicht irritieren lassen, ich hab ja heute meinen Hundefreund da, der ist auch schon ganz neugierig geworden. Ich würde hier sozusagen so einen Patch anbringen können auf die Haut, das kann ich jederzeit wieder abnehmen und da ist Hightech drin. Weil was muss das tun? Das muss ja messen und ihr müsst das auslesen können. Erklär mal.
Agnes: Genau. Ja, ich hab auch so einen. Ja, also es muss ja richtige Biochemie im Körper messen. Also entweder im Schweiß, hast du ja schon gesagt, das heißt, die Körperflüssigkeit, in der ist ganz, ganz viel Information. Und im Moment haben wir ja noch keine Möglichkeiten, diese Information auszulesen und es war bisher auch gar nicht so im Fokus. Aber das ist ja wirklich Information, an die wir ganz leicht rankommen, wo man nicht in den Körper rein muss und die wir einfach nutzen können.
Nicola: Ja? Ja.
Agnes: Das heißt, wir haben wirklich wie ein Pflaster, in dem Sensoren integriert sind. Natürlich totale Hightech, biologische Komponenten, ganz kompliziert. Das auf der Haut einfach aufgesetzt wird und die Sensoren können dann im Schweiß tatsächlich diese Parameter messen. Dann gibt es abgetrennt noch eine Elektronik, die dann die Information wieder an Smartphone sendet und eben auch übersetzt für uns.
Nicola: Ja. Ja. Ja. Ja. Das kann ich also auch privat nutzen. Das geht nicht nur an Mediziner oder unter medizinischer Aufsicht, sondern ich kann mir das kaufen, kann das nutzen. Schweiß verstehe ich, aber wie kommt ihr an das Blut und an die Analyse der Zell-Zwischenräume?
Agnes: Ja. Das ist dann natürlich etwas, das geht schon in den Körper rein. Also die Zellzwischenräume sind ganz kleine kurze Nadeln, also ein Nadelkissen. Man kennt das vielleicht ja schon von diesem, was die Diabetiker tragen, ist ein Blutzucker Funktion. Das ist eine große Nadel, weil nämlich der Sensor an den Körper geht. Bei uns sind das viele kleine Nadeln, die die Flüssigkeit rausziehen, aber wirklich so Mini-Nadelkissen, die man eigentlich gar nicht merkt.
Nicola: Ja. Genau, Blutzucker. Ja. Mhm.
Agnes: und die dann die Flüssigkeit in das Patch ziehen. Und beim Blutmonitoring sind wir sogar das einzige Unternehmen weltweit, das überhaupt so eine Methodik bisher entwickelt hat. Ist auch der heilige Gral, weil jeder möchte eigentlich kontinuierlich irgendwie im Blut messen können, weil da wird es für die Mediziner dann wirklich relevant. Wenn man schon erkrankt ist, dann muss man natürlich möglichst schnell messen können. Und im Schweiß, da dauert es bei vielen Parametern ein bisschen, bis die in den Schweiß kommen. Im Blut bist du natürlich direkt. Da haben wir eine ganz spezielle, aber technisch hochwertige, komplexe Methode entwickelt mit einer Art Membran, die die Haut imitiert. Man macht eine minimale, ganz kleine Wunde und deckt diese ab mit unserem Membran und der Körper denkt, das ist deine Haut. Darüber sitzen unsere Sensoren.
Nicola: Ja. Ja. Was dürfte ich mir jetzt aber alles zu Hause auch, wenn ich es bei euch, ich sage jetzt mal bestelle, kann ich das zu Hause alles machen? Also mich so ein bisschen aufreißen und dann die Membrane drauf oder ist das etwas, was ein Mediziner machen muss?
Agnes: Nein, tatsächlich ist das dann später alles für den Heimgebrauch. Man muss schon sagen, für die Zwischenzellflüssigkeit und das Blut, wir brauchen da erstmal die medizinische Zulassung und deswegen dauert das alles etwas länger. Alles, was in den Körper geht, ist medizinisch zugelassen. Aber es ist tatsächlich so einfach konstruiert. Bei diesem Blutmonitoring ist das so, kann man sich das vorstellen, man klebt das Patch auf, man zieht an einer Lasche, dadurch wird diese wirklich super kleine Wunde gemacht und auch direkt verschlossen.
Nicola: Ja. Ja.
Agnes: Also wir entwickeln von Anfang an so, dass es für den Nutzer einfach möglichst leicht ist. Denn die Leute sollen das ja auch einfach tragen wollen. Wir wissen das alle. Wir brauchen Tools, die leicht sind, sonst haben wir darauf ganz schnell keine Lust mehr.
Nicola: Also da komme ich gleich, also wir kommen gleich nochmal drauf, was da alles noch in Folge ist. Aber jetzt gibt es ja auch so viele Anwendungen, wo sieht zu sagen, ach, da wird einfach nur das Gesicht gescannt, einfach nur, so einfach wird das auch nicht sein. Aber es wird sozusagen nicht körperlich irgendwas gemacht. Wie stehst du dazu? Kann ich da genauso viel sehen? Da wird ja auch behauptet, über Blutdruck, man sieht sehr viel. Fast schon alles, was ich auch im Bluttest habe. Ist das seriös?
Agnes: Also genau so viel wird man sicherlich nicht sehen. Ich sag immer, diese Dinge haben auch ihre Daseinsberechtigung für bestimmte Bereiche. Wenn man etwas natürlich möglichst einfach erkennen kann, dann Gottes Willen sollen wir das bloß machen. Aber der wirkliche Kern liegt einfach in der Biochemie. Das ist das Gleiche mit diesen Ringen. Ich meine, ich trag auch so einen Ring, weil der hat seine Daseinsberechtigung. Also der kann dich einfach dahin pushen, bisschen gesünder zu leben und mehr auf dich zu achten. Aber ich sag immer, das sind die
Nicola: Ja. Ja. Ja. Ja.
Agnes: Downstream-Parameter nennt man das. Das heißt, die relativ spät anschlagen unsere physiologischen Parameter, die Spitze des Eisbergs fast, also das, was vom Eisberg über dem Wasser liegt. Wir zeigen das, was unterm Wasser liegt, also wo es wirklich... Genau, beim Grund, wo es ansetzt, wo es losgeht, können wir es sofort detektieren. Darum geht es bei uns. Und eben auch in ganzen Bandbreite. Wir möchten später das Gleiche abdecken können wie ein Blutlabor, also in der Parameterbreite.
Nicola: Okay, ja ja. Ja Wahnsinn, das große. ist.
Agnes: Und das wird mit einer Gesichtsanalyse nicht möglich sein.
Nicola: Vor allem das geht ja auch nicht. Was bei euch ja noch faszinierend hinzukommt, sind sozusagen sekündliche Echtzeitdaten, die ich permanent auslesen kann. Jetzt nehmen wir mal, also ich bestell bei euch so ein Patch, mach alles was jetzt schon geht, hab ne App dazu, wo ich permanent ablesen kann, was tut sich da alles in den einzelnen Biomarkern. Jetzt bin ich ja keine Medizinerin. Jetzt fängt bei mir direkte Überforderung an. Das wäre sozusagen noch hinnehmbar. Das nächste wäre aber, dass ich Stress bekomme, wie bei Aktienkäufen, sag ich mal, was man so an der Börse kennt, dass ich mit den Ups und Downs ja überhaupt nicht mehr klarkomme.
Agnes: Ja. Es ist natürlich nicht so gedacht, dass die Leute das selber interpretieren müssen oder sagen müssen, was bedeutet das jetzt? Es kommt immer auf die Anwendergruppe an. Sportler zum Beispiel wollen natürlich ganz genau diese Ups and Downs sehr genau wissen oder Biohacker wollen ja auch gerne wirklich alles bis ins letzte Detail erfahren. Die können natürlich die Verläufe sehen, aber für den normalen Nutzer ist es schon gedacht, dass man eine Gesamtauswertung bekommt. Und man muss bei kontinuierlichen Monitoring natürlich sagen, es ist eine super neue Methode. Wir müssen aus den Daten lernen.
Nicola: und Mh.
Agnes: Aber das Ziel ist erst mal kontinuierliche Daten und in der nächsten Stufe dann die Übersetzung in Insights. Also was bedeutet das für mich und was muss ich jetzt machen? Weil einfach nur eine Information bringt uns erstmal nichts. Wir wollen ja wirklich wissen, was muss ich denn ändern, damit es mir besser geht oder damit ich was verhindern kann. Das heißt, das ist natürlich unser Ziel, das für die Leute direkt zu übersetzen.
Nicola: Euer Ziel ist ja schon auch, wie ihr seht, ihr lest den Körper. Im ersten Schritt hat mich das total an Traditionell Chinesische Medizin erinnert oder andere Heil-Traditionen, weil es da ja auch sehr weise Menschen gibt, die gucken dich an, die gucken deine Zunge an, die gucken auch deine Körperflüssigkeiten an und können daraus schon sehr, sehr viel lesen. Ihr messt es, es dann sozusagen auf den Punkt zu lesen. Das ist sozusagen der technologische Unterschied dabei. Aber wenn ich jetzt jemand bin, der sagt, finde ich super, dass noch vor den Symptomen ich sozusagen Meldungen bekomme und ich gemeinsam mit meiner ärztlichen Betreuung da immer frühzeitig am Start bin, bedeutet dann schon auch, ich habe es permanent am Körper.
Agnes: Genau, das bedeutet man hat es permanent am Körper. Natürlich nicht für immer, wenn man Beispiel seinen Metabolismus überwachen will. Das ist für mich immer so ein schönes Beispiel. Jeder reagiert anders auf Ernährung. Das heißt ja dann nicht, dass ich mein Leben lang jetzt einen Patch trage und bei allem, was ich esse, genau gucke, sondern ich trage es mal über eine Zeit, führe das passende Ernährungstagebuch und kann danach eine Auswertung erhalten. Worauf reagiere ich denn? Was tut mir anscheinend gut? Was tut mir nicht so gut?
Nicola: Ja. Ja. Ja. Mhm. Ja. Okay. Okay. Okay. Okay. Das wäre jetzt genauso, du hast es genannt, die, sag ich mal, die Lebensstilanforderungen wären ja bei der Ernährung. Das kann ich noch so nachvollziehen, das kann ich mir gut anlesen. Da kann ich meinen Körper ja auch gut lesen und in mich reinhören und sagen, was tut mir gut und was kommt in der Körpermitte gar nicht gut an. Das mit der Fitness und Sportler verstehe ich auch, ambitionierte Freizeitsportler inklusive. Was geht jetzt weiter? Wo ein Mediziner sagt, begeistert mich total, weil ich meine Patienten, Patientinnen in Zukunft ganz anders versorgen kann.
Agnes: Das kommt natürlich darauf an, wen man fragt. Aber wir wissen ja alle, die größte Problematik liegt im Bereich Herzkardiologie zum Beispiel. Da gibt es natürlich die Möglichkeit für Menschen, die schon diagnostiziert sind, dass etwas mit dem Herz nicht in Ordnung ist. Ab dann wird es kritisch. Und ab dann ist die Lebenserwartung auch häufig echt stark reduziert. Einfach weil wir keine Überwachungstools haben.
Nicola: Mhm. Ja.
Agnes: Und da können wir einen Patch entwickeln, was diese Patienten tragen, was zum einen ihnen dauerhaft wie ein kleiner Schutzengel, sag ich immer, der Schulter sitzt und auf sie achtet und im frühesten Moment erkennt, wenn sich etwas im Körper ändert. Weil manchmal hat das einen kleinen Ursprung. Man ändert seine Ernährung, man meint es gut, nimmt aber Medikamente, die das Ganze dann überregulieren.
Nicola: Ja, auf jeden Fall. Ja.
Agnes: Man ist dann natürlich direkt verbunden mit dem Arzt. Das heißt, man ist nicht auf sich alleine gestellt, sondern es ist auch direkt diese Alarmfunktion zum Arzt, der, wenn etwas erkannt wird, in den Daten sofort eingeschaltet wird. Und das Schöne an unserem Gerät ist einfach, wir erkennen das dann so früh, dass das auch keine Notfallsituation ist, sondern es ist einfach Zeit. Man kann sich das angucken, man kann gegensteuern und dann eben verhindern, dass sich der Zustand des Patienten verschlechtert.
Nicola: Okay.
Agnes: bei Herzinsuffizienz zum Beispiel vielleicht eine krasse Zahl nach Diagnose dieser Erkrankung innerhalb von fünf Jahren versterben 50 bis 75 Prozent dieser Menschen und das sind unseren Augen total unnötig, weil wir ihnen mit diesen Tools extrem helfen können.
Nicola: Das hieß ja auch so Dinge wie, habe auf einmal Herzflimmern oder kleine Aussetzer oder bin auf dem Weg, vielleicht irgendwann mal eine Herzklappe sogar zu benötigen, eine neue. Das wären alles rund ums Herz, sozusagen alle Anwendungen, wo man sagt, du bekommst jetzt diesen Patch. Du kannst dich ein bisschen mehr in Sicherheit wiegen, es mal vorsichtig auszudrücken erst mal. Du bist komplett connected mit deinem Kardiologen oder deinem Hausarzt. Und wir verhindern damit Notfälle bei dir. Das wäre das Versprechen wirklich.
Agnes: Genau, absolut. was ich eben auch... Das ist zum einen das Versprechen, genau, und zum anderen glaube ich persönlich auch, wir bekommen ja dann ein direktes Feedback unseres Körpers. Das heißt, wenn wir selbst unseren Lifestyle ändern, ist ja im Moment das Problem...
Nicola: Ja, ja.
Agnes: Es ist sehr aufwendig, es ist für jeden schwierig und man sieht Resultate, wenn überhaupt, dann sehr spät. Und das Patch soll es ja schon möglich machen, so bisschen zu motivieren und sagen, guck mal, deine Werte bessern sich. Also sehr früh ein Feedback, das sagt, das bringt hier wirklich was, was du tust und dir geht es jetzt besser und auf diesem Weg lebst du einfach besser.
Nicola: Ja, wow, stimmt. Das hat wirklich so einen motivatorischen Faktor, wenn man weiß, welche Kurve man da achten kann in seinem eigenen Lebensstil. Und diese Gewohnheits- und Verhaltensänderungen, wir wissen es, die sind echt schwierig. Und ja, ich habe mich da schon... sehr intensiv befasst, weil ich habe letztes Jahr bei einer Expertin die Lehre mit einer Neurowissenschaftlerin, dass es nicht um Disziplin geht, sondern Dopamin, also dass ich mein Belohnungssystem sozusagen verstehe. Das heißt, bei dir hätte ich sozusagen nicht nur meine zweite Erkenntnis, sondern könnte dann die Früchte beobachten oder die Ernte, die ich hoffentlich einfahre, mit dieser Dopaminfütterung. Oh ja, ist... Ab wann gibt es das?
Agnes: Ja, gut noch. Medizinische Use Cases liegen schon noch fünf Jahre in der Zukunft, was die Messung im Blut oder in der interstitiellen Flüssigkeit angeht.
Nicola: Vielen Dank. Also in dieser Gewebe Flüssigkeit.
Agnes: Genau, was Lifestyle-Anwendungen angeht, sind wir schon deutlich weiter. Da wollen wir jetzt Ende des Jahres ein erstes Produkt vermarkten, was sich mehr an Sportler und Biohacker richtet, aber auch das Potenzial hat zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen großer Hebel zu sein, denn das misst so Werte wie Kalium und Natrium im Schweiß, pH.
Nicola: In Mhm.
Agnes: Und die sind sehr wichtig für die Dehydratation. Und das ist ja ein großer, ein Riesenthema in Pflegeheimen. Es wird immer, wenn ich das sage, manchmal so bisschen belächelt, so ja, okay, Dehydratation. Aber es ist ein Riesenaufwand. Also was die Leute auch in Krankenhäusern oder sonstigen dokumentieren müssen, dass die Leute trinken.
Nicola: Riesenthema. Nein, Riesenthema. Ja, ja.
Agnes: Dann ist es dennoch wieder super individuell und mit dem Patch hat man natürlich wieder so einen Blick in den Körper, wie dehydriert ist diese Person wirklich Und auch das würde einen riesen Impact haben.
Nicola: Vielen Wahnsinn. Ich muss jetzt gerade denken, meine Mutter war 10 Jahre in einem Pflegeheim, die war bis zum Schluss komplett klar im Kopf. Aber ihre größte Sorge waren natürlich ihre körperlichen Gebrechen. Das eine das Trinken. Das zweite das Thema Kalzium. Die Leute werden da ja auch zu gelöffelt, sag ich mal, mit Joghurts jeglicher Art, wo man als Außenstehender denkt, was soll das?
Agnes: Ja.
Nicola: Jeden Tag so große Pötte. Das sind die Sachen. Ja, Wahnsinn. wäre ... Ja, da wäre sozusagen die Pflegeschaft, aber auch bei der Pflege zu Hause bei Angehörigen, wäre natürlich da eine viel größere Sicherheit oder so ein Partner, den man an der Seite hat, der einem indizieren kann, hey, guck noch mal, da ist was.
Agnes: Ja, absolut. Genau.
Nicola: Ja, hör mal, je länger wir reden um so.
Agnes: Es gibt noch ganz tolle andere, wenn ich die erst anfange mit Frauengesundheit, da geht es ja erst mal los. Hormonmonitoring. Ja, Hormonmonitoring, ist der heilige Gral, das kontinuierliche Hormonmonitoring, weil wir haben ja natürlich das Problem, unsere Hormone sind so ein Mysterium. Da haben wir wieder das Problem der Momentaufnahme, du gehst zum Arzt.
Nicola: Ja erzähl mal, Frauengesundheit, es waren so viele Frauen zu. Erzähl mal, ist da auch mit den Hormonen was oder wie? Ja?
Agnes: Du erwischst niemals den richtigen Zeitpunkt. ist hochindividuell. Du bekommst so einen Hormonpanel zu einem Zeitpunkt, was dir bei einem dynamischen Parameter eigentlich nichts bringt, was wir brauchen. Und das natürlich kontinuierlich was am Körper, dass die ganze Zeit die Hormone misst. Und das ist auch eine Sache, an der wir dran sind mit verschiedenen Partnern. Es ist zugegeben schwierig, weil Hormone einfach in geringer Konzentration vorliegen. Aber wir sind dran.
Nicola: Amen.
Agnes: Am besten noch kombiniert mit Cortisol, mit direkter Stressreaktion. das ist natürlich etwas, das wird in verschiedensten Bereichen der Frauengesundheit extrem helfen. Ob das jetzt Fruchtbarkeit ist, ob es Perimenopause ist. Also, ich glaube, da wartet jeder drauf, dass man das wirklich möglich...
Nicola: Ja. Im Kopf ist ein Stück los. Was müsstet ihr da messen? Wie würde das Patch erweitert werden?
Agnes: Ja, also das Patch ist ja sowieso so angedacht, dass man die Sensorik austauschen kann. Also wir bauen das ja wirklich von Anfang an so.
Nicola: Pro Anwendung sozusagen und Zielsetzung.
Agnes: Genau, weil das Haus eines Patches ist egal für welche Anwendung ja immer gleich. Das ist total egal. Was sich ändert, ist nur der Sensor. Und deswegen ist unser Fokus darauf, eben dieses Produkt so zu bauen, dass der Sensor modular ist und austauschbar. Also man kann ständig neue Produkte machen, indem man einfach nur einen weiteren Sensor hinzufügt. Einfach nur ist jetzt hier schön gesagt. Immer noch ist Sensorentwicklung hochkomplex.
Nicola: Okay, ja. Das war's heute. Ja,
Agnes: Aber wir haben so viele Menschen getroffen auf unserem Weg, die irgendeinen tollen Biosensor in der Tasche haben, weil sie den vielleicht entwickelt haben, aber dann gemerkt haben, es ist genauso komplex, den an den Körper zu bringen. Das glaube ich, da schlummert so viel Potenzial einfach in Schubladen, dass das schon ein ziemlicher Antrieb sein könnte.
Nicola: in. Vielen Dank. Ja, es ist ja Wahnsinn. Du hattest es gerade im Vorgespräch erzählt. Euch gibt es erst seit 2022. Ich meine, das ist gut drei Jahre her. Ihr seid im vierten Jahr und habt es ja. Deswegen beim Ingenieur würde ja jeder so sagen, okay, was hat denn der da zu tun? Jetzt versteht man das, weil ihr ja eigentlich, wenn ich das richtig verstehe, eine Plattform aufbaut und wirklich die Hardware auch liefert, um dann zu sagen, ey, zur Software ... Liebe Welt, was habt ihr noch für Ideen? Was habt ihr schon in der Tasche und wusstet nicht, wie die Hardware dazu zu bauen ist? Wir haben sie hier und bieten sie euch auch an. Das würde auch gehen, wenn ich jetzt so eine Idee in der Tasche hätte.
Agnes: Ja, genau, absolut. Genau. Genau. Das ist unser Konzept, weil wir wollen einfach, dass diese Technologie endlich in die Welt kommt, weil sie so, so sehr helfen würde. Unser Gesundheitssystem ist so, weil es jeder, das steht einfach vor dem Abgrund und es wird alles zu teuer und wir müssen uns in irgendeiner Weise auch selbst in unserer Gesundheit kümmern und da wollen wir den Leuten einfach ein Tool geben, dass sie länger gesund bleiben können. Der Ingenieur ist da ein sehr wichtiges Tool in der Kette, weil er ist der mit der Sensorik Experte. Er ist eigentlich das Köpfchen der ganzen Technik. Das Unternehmen gibt es zwar seit 2022, er entwickelt aber Sensorik bereits seit fast 20 Jahren.
Nicola: Da scheint Ihr gute Partner zu sein, Euch gut zu ergänzen von dem, was Ihr mitbringt. Sehr smart, sehr clever. Und in der Tat ist das so, das vielleicht nochmal zu verdeutlichen, weil Du das jetzt auch mit unserem Gesundheitssystem erwähnt hast.
Agnes: Ja, absolut.
Nicola: Es wird ja immer wieder angeprangert, dass nur 3-4 % dieses riesen Budgets, was da jährlich dafür ausgegeben wird, in die Prävention geht, in die Vorsorge. Da runter würde jetzt so ein Patch wie eures fallen. Und der ganze Rest geht in konkrete Therapie, also Diagnostik und Therapie und Heilen. Also erst wenn es krank wird, kommt unser System eigentlich so richtig ins Laufen. Da sind wir auch super, glaube ich, in vielen Bereichen.
Agnes: Genau.
Nicola: Ich würde da vielen widersprechen wollen, die immer sagen, boah, das ist ganz schlimm. Wo ich sage, wow, ich habe in der Reise mit meinem Vater wirklich viel erlebt. Und das ist schon toll. Aber das große Manko, und da habe ich das Gegenbeispiel auch in England kennengelernt, die sind schon seit Jahren gewohnt, ich muss mich erst mal selbst mich kümmern. Und das Gesundheitssystem ist nur im Notfall für mich da. Die gehen auch mit Pillen und so weiter ganz anders um. Aber ihr setzt ja auch, ihr sagt ja nicht nur, also wir erkennen nicht nur Symptome, sondern wir wollen uns noch eins weiter vorne dransetzen.
Agnes: Genau, ist das Problem in unserem Gesundheitssystem. Das ist schon sehr gut zusammengefasst, aber auch das Problem in unserer eigenen Einstellung, weil wir verlassen uns einfach auf dieses Gesundheitssystem.
Nicola: Ja, absolut.
Agnes: Und alles andere ist ja nicht mehr unser Problem. Es ist ja sehr wohl, weil wir wollen ja einfach gesund bleiben. Und ich merke so langsam, dieses Umdenken in der Gesellschaft ist da. Vor allem die jüngeren Leute haben jetzt dieses Denken, dass sie merken, okay, ich muss mich einfach selber mich kümmern und ich möchte selber verstehen, was in mir los ist und möglichst früh ansetzen, weil das Gesundheitssystem wird mir eben nicht dabei helfen. Und genau da wollen wir eben auch ein Tool sein. Genau.
Nicola: Vielen Dank. Vielen Agnes, du siehst mich hier sprachlos. In meinem Kopf geht so die ganze Idee. Wow, was das alles bedeutet, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Und doch müssen wir vielleicht auch nochmal die andere Seite der Medaille hier nochmal kurz betrachten. Und dann würde mich auch deine Meinung interessieren von diesem ganzen Tracking, Messen, Vermessen, diesen...
Agnes: Shit!
Nicola: Entweder Verantwortung für sich selbst übernehmen geht ja bis hin zum Selbstoptimierungswahn, also dass ich gar nicht mehr anders kann. Wenn wir mal den Weg dahin betrachten und sagen, was macht es auch mit unserem Kopf, wenn wir auf einmal permanent in unserem Körper sehen können? Wie siehst du auf dieses Thema? Wie guckst du da drauf?
Agnes: Es ist auf jeden Fall ein Thema. Es ist auch ein sehr individuelles Thema, finde ich. Zum Beispiel mein Vater ist wirklich ein Hypochonder, also aus dem Bilderbuch. Das ist ganz schlimm. Ich weiß noch, ich habe wirklich ein Kindheitstrauma, weil er mich als Kindergartenkind schon zum Arzt zu Blutuntersuchungen geschleppt hat. Und das ist zum Beispiel ein Mensch, da sehe ich sowas nicht. Obwohl er so sehr auf seine Gesundheit bedacht ist, habe ich ihm gar kein Wearable an die Hand gegeben, weil ich weiß,
Nicola: Ja.
Agnes: das macht keinen Sinn. Der liest die ganze Zeit nur in den Daten hängen, sich das angucken und jede Kleinigkeit überinterpretieren. Andere Menschen wiederum, so wie ich, wie gesagt, ich trage auch einen Aura Ring. Ich finde das auch super, weil der mir dabei hilft
Nicola: Vielen Dank.
Agnes: einfach auf mich selbst zu achten. Also dass man manchmal die Signale des Körpers, die man dann vielleicht auch gerne mal überhört in einer Stresssituation, noch mal wirklich schwarz auf weiß vor Augen hat und dann sieht, okay, weißt was, du musst jetzt auch einfach mal die Bremse ziehen und du siehst auch, dass die Erholung gut tut. Es ist leider wirklich was sehr Individuelles. Also da finde ich schwer sozusagen, es ist eine Technologie, die ist gut, das ist eine Technologie, die ist schlecht, man überinterpretiert, man optimisiert sich zu sehr.
Nicola: Mhm. Mhm. Mhm. Nö. Nö. Nö. Nö.
Agnes: Es ist wie alles im Leben, es ist einfach sehr individuell. Im Moment muss man noch bisschen die Fähigkeit haben, diese Daten selber für sich zu interpretieren und einzuordnen. Da müssen wir in Zukunft hinkommen, dass das für die Menschen einfach leichter wird, denke ich. Ich kann das jetzt, ich habe natürlich auch Biologie studiert, ich beschäftige mich mein Leben lang damit. Für andere Menschen ist es natürlich einfach echt schwierig.
Nicola: Genau, Ja, ja, ja. Da wird uns sicherlich die künstliche Intelligenz auch helfen, einfach diese Datenmengen, die da ja produziert werden, minütlich, nanosekündlich, wie man es runterbrechen will, das entsprechend dann auch, dass man einstellen kann, vielleicht mein Risikoprofil ist sehr hoch oder sehr niedrig, weißt du? Also ich versuche... Das ist wirklich wie bisschen an der Börse. Da könnte man schon so einen Vergleich ziehen. Jetzt ist es aber auch so, ich glaube, weiß nicht, wie viele Gesundheitsministerinnen darin gescheitert sind, Daten zu bündeln, von unterschiedlichen Stellen zusammenzubringen, dass zum Beispiel auch ich, Nicola, sagen kann, also alles, was in meinem Leben angesammelt wurde und schon teuer bezahlt wurde bei Ärzten und Untersuchungen an einem Ort zur Verfügung zu stellen. Das ist ja bis heute nicht umgesetzt.
Agnes: Ja, ist in meinen Augen auch ein Riesenthema. Ich mache gerne so reißerische Vortragsthemen, in denen ich sage, wie kontinuierliches Gesundheitsmonitoring unser Gesundheitssystem rettet. Und dann denken natürlich die Leute, ich fokussiere mich nur auf unsere Technologie. Aber ich meine damit absolut genau das. Wir müssen alle Daten in den Einklang bringen. Also wir müssen von den isolierten Punkten weg und zwischen allen Daten eine Verbindung machen.
Nicola: Ja. Ja.
Agnes: Das ist gleiche Problem mit unseren Ärzten, muss man nur mal leider sagen. Wir haben Fachärzte, die sind super in ihrem Fach, aber die gucken eben auch nur auf diesen kleinen Bereich. Und der Körper ist aber nicht nur ein kleiner Bereich, sondern der Körper arbeitet zusammen. Und wir müssen diesen holistischen Blick irgendwie in unser Gesundheitssystem bekommen, dass man auf alle Systeme zusammen guckt und nicht immer nur auf einen isolierten Faktor. Das ist einfach das große Thema, generell Punkte verbinden.
Nicola: Das ist ganz heiß. Das Das hiesse jeder von uns hätte in Zukunft so ein eigenes Dashboard, um wieder im Englisch zu bleiben, also ein Cockpit, auf das ich auch mit jemandem drauf gucken kann, das aber mir gehört sozusagen, wo ich so Freigaben geben kann, an wen ich möchte, hoffe, dass das nicht leicht hackbar ist.
Agnes: Ja. Ja, das ist ein Macher.
Nicola: Weil das wäre ja der nächste Schritt zu sagen, wir geben schon so viel Daten preis, das ist ja schon Wahnsinn. Da frage ich mich immer, warum sind wir da dann so sensibel oder sind wir das oder denken die Politiker das nur, weiß ich nicht. Aber das nächste wäre ja, was passiert dann? Also wir haben dann auch Versicherungen, das hat ja dann konkrete Auswirkungen auch auf mein Leben. Da haben wir Kredite gegeben, wie sieht die Versicherungsprämie aus?
Agnes: Ja.
Nicola: Wenn die sehen können, naja, die hat zwar gesagt, die ist nicht Raucherin, aber da hat sie wohl wieder ein paar Fluppen geraucht. Das würde man ja dann auch alles sehen.
Agnes: Ja, es kommt natürlich sehr darauf an, aber generell zu diesem Dashboards, der erste Schritt ist ja schon getan. Die KI-Anbieter wollen ja im Moment genau das machen. Es gibt ja Perplexity, Health, OpenAI, hat eine Health-Plattform rausgebracht und es ist genau aus diesem Wunsch, dass man alle seine Daten selbst an einem Platz hat. Im Endeffekt, unsere elektronische Patientenakte möchte genau das machen.
Nicola: Mhm. Ja.
Agnes: Aber es ist natürlich auch sehr viel Widerspruch immer in der Bevölkerung da. Alles was, denke ich mal, auch aus Seiten der Regierung und so, es wird immer zu Widerspruch führen.
Nicola: Ja komisch, aber oder man würde es OpenAI zum Beispiel geben oder Mr. Google und wie sie alle heißen. Da wundere ich mich immer, ich sage, wisst ihr was die damit, also wir wissen doch schon, was die damit machen. Die müssen, die wollen Geld verdienen, müssen tun sie nicht, weil die haben schon so viel, aber denen gibst du es und deiner eigenen Regierung gibst du es nicht. Hast du dir das schon erklären können, woher dieser Bias in unserem Kopf kommt?
Agnes: Ja, ja, genau. Ja. Ja. Das ist ein ganz großes gesellschaftliches Thema. Die Regierungen sind immer die Bösen. Die Politiker wollen einem nur was Böses. Das ist ein Denken, das habe ich persönlich nie gehabt. Ich bin sowieso ein Mensch, der eher positiv denkt. Wenn man hinter jeder Ecke vermutet, dass irgendjemand einem etwas Böses möchte, wird man in seinem Leben auch nicht glücklich. Denn wie das so ist, man formt sich seine eigene Realität.
Nicola: Ja. Mhm. Das sieht so aus, Ja, ja, ja, ja.
Agnes: Wenn du erwartest, dass jeder dir was Böses möchte, dann ist deine Realität auch einfach so.
Nicola: Das stimmt und so auch zum Thema Gesundheit, wo wir in Zukunft aber wissen, dass jeder von uns selbst mehr Verantwortung für sich selbst, Selbstfürsorge auch unternehmen sollte im Positiven und vielleicht auch muss, weil vieles gar nicht mehr bezahlbar sein könnte, was im heute vielleicht uns so selbstverständlich guckt. Lösungen wie eure, wie deine. Das, man sagt, man vermisst sich schon mal mit Daten. Ganz einfach mit den Patches ist auf jeden Fall eine Lösung, die ihr ja anstrebt, und das hast du ja schon bei den Anwendungen irgendwie so gezeigt, die für alle verfügbar sein sollten. Die sozusagen darauf hinzielen, nicht nur einen kleinen Anteil der Bevölkerung gesund zu halten, die die sich etwas leisten können, sondern die wirklich an die großen Volkskrankheiten auch rangeht und damit Unterstützung auch an die medizinische Versorgung. Das habe ich jetzt schon mitgenommen. Jetzt weiß ich fast gar nicht, weil du schon so dabei bist, eigentlich uns zu zeigen, was die Zukunft ist, auch für uns Einzelne. Ich stelle dir trotzdem die letzte Frage natürlich als 100 plus Experte, wenn du uns nur eine Maßnahme mit auf den Weg geben kannst, ⁓ gut, besser vielleicht auch länger ein erfülltes Leben zu führen. Was würdest du uns, welche Maßnahme ist das?
Agnes: Das ist eigentlich genau das, was ich eben gerade gesagt habe. Wir können sehr viel selbst erreichen. Wir bilden unsere eigene Realität mit unserem Denken und unserem Fokus. Und ein Fokus auf Positivität, auf Zuversicht, darauf, dass nicht jeder einem was Böses will und einfach Zusammenarbeit. Wir sind gemeinschaftliche Wesen. Es ist auf Gemeinschaft, wenn wir überall immer vermuten, dass jemand uns was
Nicola: Und das ist
Agnes: was Negatives will, was Böses will, genauso verläuft unser Leben dann. Es hat einen immensen Effekt, wenn wir einfach selber positiv sind. Und da gibt es ja unzählige Studien dazu und das ist ein einfacher Hebel. Man muss selber sein Denken ändern. Es ist ein Prozess, wenn man eher, wir sind ja nur mal leider aufgrund unserer Biologie eher negativ fokussiert, das ist so. Das heißt, man muss da selber umbauen, aber das Gehirn lässt sich umbauen und das ist für mich persönlich der größte Hebel. Also da braucht man keine teuren Longevity-Protokolle oder sonstiges, sondern das ist einer der Hebel, die man selber absolut im Griff hat und die einen riesen Effekt haben.
Nicola: Das Schöne ist ja, dass du das nicht nur so dahin philosophieren kannst, sondern dass du es ja mit deinem eigenen Businessmodell auch zeigst, das in Kooperation lebt, das in Vielfalt nur entstehen kann.
Agnes: Ja, absolut.
Nicola: In dem sich eine Biomedizinerin denkt, ich brauche hier auch so einen handfesten Ingenieur oder Ingenieurin, sonst kriege ich das gar nicht hin. Insofern, das zeigt schon, dass du das selbst lebst und verkörperst und uns eine wunderbare Lösung, eine zukunftsfähige Lösung an die Hand geben willst. Zum Teil schon gibt es für diejenigen, die es schon ausprobieren wollen. Wenn ich auf eure Website komme, finde ich da schon etwas, wo ich diesen Patch
Agnes: Gute.
Nicola: Wie gesagt, das Ende des Jahres.
Agnes: Genau, Ende des Jahres. Wir denken immer, wir brauchen diese Warteliste und diese Vorbestellungsliste. Wir haben sie immer noch nicht, aber ich verspreche es, wir werden sie uns auf den Weg bringen.
Nicola: Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Ich glaube, das wäre, wenn ich so einen kleinen Rat zurückgeben darf, würde sich lohnen. Weil das hört sich wirklich nicht nur fantastisch an, sondern irgendwie, dass da Menschen dran arbeiten mit Sinn und Verstand und im Gefühl für Gemeinschaft und Realitäten. Und ich hoffe, wir haben uns nicht zum letzten Mal gesprochen. Ich bin jetzt selbst schon angetriggert. Hormone haben wir zumindest mal kurz andiskutieren können, was die Frauen betrifft. Für Männer gibt es das Thema ja auch noch. Es gibt noch so viele Themen. Aber ich kann dir jetzt schon sagen, ich war bislang diesem Thema Tracking und Biomarker einsammeln wirklich eher so, dass ich dachte so Leute, muss das alles sein. Aber nach unserem heutigen Gespräch werde ich da nochmal neu drüber nachdenken.
Agnes: Das hoffe ich Das freut mich! Das freut mich sehr! Herzlichen Dank! Super!
Nicola: Ja? Okay. Lassen wir es so stehen und ich wünsche, die Sonne scheint uns beiden gerade schon ins Gesicht. Ich wünsche dir ja eine sehr gute Zeit, viel Erfolg bei euren Gesprächen, ⁓ euer System auf den Markt zu bringen, sodass wir alle daran zugreifen können und daran antizipieren können. Für heute. Herzlichen Dank.
Agnes: Super, ganz herzlichen Dank, hat super viel Spaß gemacht. Dankeschön!
Nicola: Ja, ich habe dieses Gespräch wirklich auch noch mal so ein bisschen sacken lassen bei mir und bin doch ja zu dem Schluss gekommen, habe meine Meinung geändert und dachte, hätte ich diese Möglichkeit, dieses Dauertracking schon bei meinen Eltern gehabt, hätte ich mir das echt gewünscht, hätte ich mir das geholt. Wohl wissend, dass mein Vater da direkt wahrscheinlich zugestimmt hätte. Der war in sehr engem Austausch mit seinen Fachärzten. Bei meiner Mutter bin ich mir nicht so sicher. Wahrscheinlich eher nein. Also ich hätte beide Diskussionen gehabt. Hilft es beim Älterwerden Sicherheit zu haben, dass ich permanent vermessen werde und im Notfall aber direkt von meinem behandelten Arzt nicht nur darauf hingewiesen werde, sondern eben auch Aktion eingeleitet wird. Muss glaube ich jeder für sich selbst entscheiden, ob einen das eher beruhigt oder einem eher Angst macht. Ich habe auf jeden Fall mitgenommen, dass dieses System, was die Agnes da aufbaut mit ihrem Partner, Geschäftspartner, ja, ich finde es sensationell, weil es geht über das hinaus, was ich eigentlich bislang für mich nicht in Anspruch genommen habe. Diese Ringe und Watches, die es überall gibt, wo ich sage, na ja, ich vermesse mich permanent, aber mit welchem Ziel? Ich bin ja keine Expertin. Wer interpretiert für mich diese Daten, die ich da täglich live aufnehme, wenn ich morgens aufwache und mir gesagt wird, du hast schlecht geschlafen? Was mache ich mit dieser Information? Also das ist mir bis heute nicht so klar, aber ich lasse mich auch da gerne eines Besseren belehren. Aber dieses, ja, ich tracke mich für einen bestimmten Zeitraum, weil ich vielleicht auch eine Verhaltensänderung gerade anstrebe. Sei es mehr zu bewegen, bestimmte Ernährungsgewohnheiten umzustellen oder eben Stress zu reduzieren. Da kann ich mir super vorstellen, eben so ein Tracking zu Hilfe zu nehmen. In Verbindung aber mit jemandem, der mir das auch erklärt bzw. mir auf die Konsequenzen dann jeweils daraus mit an die Hand geben kann. Und ganz basal diesen Einsatz z.B. bei älteren Menschen, nicht mehr genug trinken, sei es im Pflegeheim oder bei pflegenden Angehörigen zu Hause. Das leuchtet mir total ein. Das würde sehr viel, glaube ich, erleichtern. Und im Zusammenhang oder Zusammenspiel mit diesem humanoiden Roboter erinnert ihr euch noch an dieses Gespräch, wie diese Roboter auch in Zukunft im Pflegeheim oder bei der Pflege eingesetzt werden kann. Auch da war ich schon echt begeistert. Und ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass sobald klar ist, den Nicola trinkt nicht genug mir mein Roboter-Buddy dann ein Glas Wasser oder Fruchtsaft reicht. Das finde ich eine für alle Beteiligten erleichternde und bessere Lösung, wenn ich so drüber nachdenke. Ich weiß zwar, dass viele dieses Bild von Robotern gepflegt zu werden oder umgeben zu sein, statt nur von Menschen, viele erschreckt. Aber da bin ich echt, wie ihr wisst, pragmatisch. Wenn es nicht genügend Menschen gibt, die mich pflegen, dann nehme ich auch Roboter. Hätte ich auch bei meinen Eltern genommen. Mit deren Einverständnis natürlich vorausgesetzt. Was nehme ich jetzt mit für meinen eigenen Alltag? Also ich glaube, ich werde weiterhin unterscheiden, dass ich nicht permanent getrackt werden will. Aber temporär finde ich das eine total gute Lösung, die mich zum Beispiel überzeugt. Also ich glaube, wirklich so Biohacker und Sportler, ambitionierte Sportler und Leistungssportler dass die das direkt nutzen werden. Da muss ich Agnes zugeben, das macht auch Sinn, diese Zielgruppe sich zuerst zu erschließen. Für mich wäre es wirklich relevant bei dieser Umstellung in meinem Alltag, wo ich sage, na ja, dieses reine Reinhorchen in meinem Körper reicht mir in dem Moment vielleicht nicht, obwohl ich da weiterhin ein großer Fan bin, dass wir wieder mehr, ja Verbindungen zu uns selbst aufnehmen. Und das geht eben darüber, einfach mal Fragen zu stellen, wie geht es mir heute denn? Also nicht, dass die Frage von anderen kommt, die dann mit, ja klar, geht mir gut beantwortet wird, sondern dass ich mir täglich die Frage eigentlich stelle, Nicola, wie geht es dir heute? Und wenn ich da mal zwei, drei Minuten drüber nachdenke, komme ich manchmal zu erstaunlichen Ergebnissen. Weil das fängt eben dabei an. Wie bin ich denn aufgestanden? Wie ging es mir danach? Und wie war die Folgezeit oder der Folgeverlauf über den Tag? Und da merke ich manchmal, dass so ein Lächeln im Supermarkt von einer mir fremden Person echt einen Unterschied machen kann. Oder dass, wenn ich es geschafft habe, mich wieder ausreichend zu bewegen, das mir einfach abends ein gutes Gefühl gibt, auch wenn vielleicht der Rest des Tages gar nicht so doll war. Wisst ihr, was ich meine? Genau. Was aber so, ich glaube, die große Lösung ist von Agnes Patch, ist das wirklich dieses Schutzengelprinzip. Das finde ich einen sehr schönen Begriff. Also dass wirklich mit zunehmendem Alter, also wenn ich mein 80-jähriges Ich befrage, wird das sofort diesen Patch nehmen und sagen, pass auf, ich möchte da gemonitort werden, ist kein Riesending. Und ich habe dann die Sicherheit, das ist wie jetzt schon der Notfallknopf, aber das ist ja eher ein Alarmknopf in der höchsten Not fast schon. Den Schritt davor eben, bevor eine Erkrankung kommt, vielleicht sogar schon vor Symptom mit meinem Arzt besprechen zu können, was kann ich denn anders machen, was können wir ändern, damit ich in diese Erkrankungen eben nicht reinlaufe oder sie noch möglichst lange verhindern kann. Das ist natürlich, das finde ich schon den Knaller der Zukunft. Das würde ich direkt nehmen, weil das finde ich, ist so eine Voraussetzung, ja, wahrscheinlich auch selbstbestimmter länger zu Hause zu wohnen, sich besser zu fühlen, eine Sicherheit zu haben, selbstbestimmter seinen Weg weiterhin gehen zu können mit 80, 90, 100. Und das macht mich echt hoffnungsfroh. Und über diese, sag ich mal jetzt über dieses Selbsttracking mit 30, 40 oder 50 hinaus, wo ich alles messen kann, ja, finde ich ein gutes Gadget, aber das finde ich richtig lebensverlängernd. Also für mich war es ein richtig schönes, gutes Gespräch. Es hat mir so positive Vibes gegeben, auch jemanden an der Lösung arbeiten zu sehen, die an alle denkt und nicht nur an jemanden, der viel Geld hat und sich jedes Gadget leisten kann. Denn diese Vermessungsthemen, die sind ja alle super teuer, wenn wir mal ehrlich sind, zumindest bislang noch. Aber diese Lösung in Verbindung mit medizinischem Sachverstand und vielleicht erst temporärem Einsatz, bis vielleicht irgendwann mal der Dauereinsatz kommt, das finde ich total überzeugend. Das finde ich echt gut. Ja, da freue ich mich echt dran. Merkt ihr, ne? Genau. Ja, also insofern, seid schon gespannt auf das nächste interessante, gute Thema mit einem spannenden Experten oder Expertin. Bis dahin wünsche ich euch natürlich eine ganz tolle, bewegte und herrliche Zeit. Eure Nicola aus Düsseldorf.
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